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Neue Spiele auf der Gamescom:Project Arena: Fuchteln im 3D-Pong

Project Arena

Szene aus Project Arena

(Foto: CCP Games / PR)

Das VR-Spiel "Project Arena" braucht massig Platz. Wenn man den hat, macht es viel Spaß, dem Gegner virtuelle Diskusscheiben an den Kopf zu werfen.

Gaming-Hardware kostet viel Geld, erst recht, wenn noch Virtual Reality dazukommt. Eine aktuelle Konsole ist für etwa 400 Euro zu haben, ein brauchbarer Spiele-PC kostet 900 Euro, ein wirklich guter eher 2000 Euro. Dazu kommen noch die VR-Headsets für weitere 400 bis 800 Euro. Und dann auch noch die Quadratmeterpreise in der eigenen Wohnung.

"Project Arena", so der Arbeitstitel eines Virtual-Reality-Spiels der isländischen Entwickler CCP, braucht nämlich Platz. Ein bequemer Schreibtischstuhl und ein großer Monitor reichen längst nicht mehr. Stattdessen sollten es schon etwa zehn oder besser 15 Quadratmeter freier Raum sein, ohne Möbel oder teure Ming-Vasen, die man beim blinden Fuchteln umstoßen könnte. Dann ist es aber auch mit dem Klischee vom dicklichen und bewegungsscheuen Computerspieler vorbei. Denn "Project Arena" bringt selbst die faulste Couch-Kartoffel ins Schwitzen.

Digitale Squash-Halle

Zwei Spieler treten über eine Online-Verbindung in einer virtuellen Arena gegeneinander an. Das ist ein länglicher Raum mit Gitternetz-Wänden wie auf dem Holodeck des Raumschiffs Enterprise. In dieser digitalen Squash-Halle bewerfen sich die beiden Spieler mit orange oder blau leuchtenden Diskusscheiben, die von den Seitenwänden und Decken abprallen können. Ein Knopfdruck auf den in beiden Händen gehaltenen Steuergeräten lässt am Unterarm einen Schutzschild aufleuchten, der bis zu drei Diskustreffer abfangen kann.

Mit einen Knopfdruck und einem beherzten Schwung wirft man selbst eine Leuchtscheibe auf den Gegner. Der Rest ist Reaktionsschnelligkeit, Ausweichen und Orientierung im seltsam körperlosen Raum. Ein Virtual-Reality-Duell wie im Filmklassiker "Tron", eine Art 3D-Pong aus der Egoperspektive, nur dass man den Geschossen ausweichen muss, anstatt sie zurückzuschlagen.

Ob "Project Arena" aber jemals in den Privathaushalten digitaler Hobbysportler landet, ist fraglich. Die Bewegungssensoren des VR-Headsets Vive alarmieren den Spieler zwar mit im Spiel angezeigten Warnsignalen, wenn sein echter Körper zu nah an ein Hindernis kommt. Aber gerade in der hektischen Umhertaucherei von "Project Arena" ist das vermutlich oft nicht genug. Das Spiel, so spaßig der Duell-Workout auch sein mag, wird wohl eher etwas für Vergnügungsparks, Spielhallen und Paintball-Anlagen bleiben, mit gut gepolsterten Wänden. Denn in einem normalen Wohnzimmer geht es dem Spieler wohl oft so wie in den engen Messebuden der Gamescom: "Entschuldigung", sagt einer der Entwickler, während er einem der Spieler vorsichtig den Kopfhörer lüftet. "Könntest du dich bitte etwas weiter nach rechts stellen? Sonst wirfst du hier den Fernseher um."

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