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Fitness-Tracker im Test:Bewegung ist alles

Shine Activity Monitor

Als Motivator kann der Fitness-Tracker gute Dienste leisten.

(Foto: oh)

Fitness-Tracker sollen Bewegungsmuffel dazu bringen, mehr zu laufen. Das klappt mit dem Gerät von Misfit ganz gut. Mit einem kleinen Trick lässt sich der Tracker allerdings täuschen, ohne einen Fuß vor den anderen setzen zu müssen.

Von Helmut Martin-Jung

Es ist etwa so groß wie ein Zwei-Euro-Stück, das schlechte Gewissen. Aber viel schöner als man es sich so vorstellt. Mattiertes Aluminium, dazu spiegelnd abgefräste Kanten wie beim iPhone. Klopft man zweimal mit dem Finger drauf, erwacht es. Zeigt mit winzig kleinen, kreisförmig angeordneten Leuchtdioden, ob man sein Tagessoll an Bewegung erfüllt hat. Und ja, es ist motivierend, wenn schließlich alle LEDs nacheinander aufleuchten und dann noch dreimal freudig blinken.

Aber stimmt es denn auch, was er misst, der Activity Tracker Shine von Misfit? Und welche Arten von Bewegung werden überhaupt erfasst? Zunächst einmal: Anders als verwandte Geräte wie etwa das Pulse von Withings beschränkt sich das Shine ausschließlich darauf, Bewegungen zu erfassen, andere Sensoren sind gar nicht eingebaut. Mit einer Knopfzelle hält es nach Angaben des Herstellers etwa vier Monate durch. Nicht einmal beim Schwimmen muss man es abnehmen, denn es ist auch wasserdicht.

Ziemlich umständlich

Das Ziel setzt man in einer App, die es für die Systeme iOS (Apple) und Android (Google) gibt. Aber Achtung: Das etwa 120 Euro teure Shine versteht sich nur mit Handys und Tablets, die auch den Standard Bluetooth LE unterstützen, das iPhone 4 etwa kann das nicht, auch bei Android ist die Auswahl ziemlich klein. Das ist vor allem deshalb wichtig, weil man das Shine nicht an einen PC oder Mac anschließen kann.

Guckt man sich die App genauer durch, stößt man alsbald auf einen noch schlimmeren Nachteil des hübschen kleinen Gerätes: Damit es richtig misst, muss nämlich die Art der Bewegung vorher in der App ausgewählt werden. Wer bitte stellt jedes Mal, bevor er aufs Rad steigt, in der App den Modus um und synchronisiert dann noch schnell das Gerät, damit die Änderung auch wirksam wird? Das ist richtig umständlich und passt eigentlich nicht zu dem sonstigen Konzept des Fitness Trackers, das auf sehr einfache Bedienung setzt. Andere Geräte sind da deutlich weiter und (versuchen zu) erkennen, welche Art von Bewegung vorliegt.

Aber natürlich muss man es auch gar nicht so genau nehmen und kann die Fitness-Linse eher als Motivator sehen, bei der es eben auf den Meter nicht so ankommt. Und wenn der Schweinehund mal wieder stärker ist, kann man immer noch - kleiner Insidertipp - Gitarre spielen. Den Tracker an der Schlaghand tragen, zehn Minuten spielen und das Tagesprogramm ist schon fast erledigt.

© SZ vom 29.01.2014/mri/rus

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