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Firmenübernahme:Augen für Google

Alles muss vernetzt sein - und das Zuhause überwacht: Die Google-Tochter Nest kauft Dropcam, einen Hersteller von Überwachungskameras. Der Suchmaschinen-Konzern kommt damit dem Alltag seiner Kunden noch einen Schritt näher.

  • Der Thermostat-Hersteller Nest kauft Dropcam, ein Unternehmen für kabellose Kameras. Damit wird Dropcam automatisch Teil der Google-Familie, zu der Nest seit Kurzem gehört.
  • Der Kaufpreis soll 555 Millionen US-Dollar betragen.
  • Mit dem Kauf dringt Google tiefer ins "Internet der Dinge", der vernetzten Gegenstände, vor - und zugleich in den der Hausüberwachung.

Wer kauft wen?

Die Google-Tochter Nest Labs bietet vernetzte Thermostate an. Sie übernimmt die Firma Dropcam, die vernetzte Kameras und Sensoren herstellt. Dropcam werde in Nest integriert, schreibt Nest-Mitgründer Matt Rogers in einem Blogeintrag. Damit stößt Google ins Geschäft mit Überwachungskameras vor. Der Kaufpreis für Dropcam liege bei 555 Millionen Dollar, berichtet das Technologieblog Recode. Dropcam-Chef Greg Duffy schreibt, beide Unternehmen seien "Brüder im Geiste". Geld hat Nest genug: Das Unternehmen wurde erst Anfang des Jahres von Google gekauft. Der Konzern setzt darauf, dass die Haushaltstechnik zumindest in den reichen Staaten in den kommenden Jahren digitalisiert und Geräte miteinander vernetzt werden.

Das bietet Dropcam an

Dropcam startete vor fünf Jahren mit der Idee, einfache vernetzte Überwachungskameras für das Zuhause zu entwickeln. Kunden können von unterwegs reinschauen und die Aufnahmen speichern lassen. Seit Kurzem bietet Dropcam auch Sensoren an, die zum Beispiel an Türen angebracht werden können.

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Versprechen zum Datenschutz

Nest-Mitgründer Matt Rogers versichert auf dem Firmen-Blog, ohne Erlaubnis der Nutzer würden keine Daten an Dritte weitergegeben - auch nicht an das Mutterunternehmen Google. Google hatte schon beim Kauf von Nest Anfang des Jahres zugesagt, dass die Nutzerinformationen nicht automatisch mit den Google-Daten verknüpft werden sollen.

© SZ.de/dpa/jab/sks
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