Social Media Facebook soll privater werden

Mehr ins Private: Facebook-Chef Zuckerberg ändert seinen Kurs.

(Foto: AFP)
  • Mark Zuckerberg, der Gründer von Facebook, hat einen Kurswechsel seines Unternehmens angekündigt.
  • Das Soziale Netzwerk wolle sich in Zukunft mehr auf privatere Kommunikation konzentrieren.
  • Auch auf die geplante Verschmelzung von Nutzerdaten verschiedener Dienste wie Instagram und Whatsapp zu einem großen Facebook-Konto ging Zuckerberg ein.

Fotos, Erinnerungen und Erlebnisse durch einen Klick mit der breiten Öffentlichkeit teilen - so funktionierte das soziale Netzwerk Facebook bislang. Dessen Gründer Mark Zuckerberg kündigte nun einen Kurswechsel an. Denn anstatt in "dem digitalen Äquivalent eines Marktplatzes" zu kommunizieren, tauschen sich Menschen inzwischen lieber in kleineren, übersichtlicheren Kreisen aus. Sein Konzern, zu dem auch das Foto-Netzwerk Instagram und der Messenger-Dienst Whatsapp gehören, werde darauf reagieren, kündigt Zuckerberg in einem Blogpost an. Dazu sollten einige Funktionen umgebaut, die Verschlüsselung verstärkt werden.

Die Ankündigung bedeutet tatsächlich ein kategorisches Umdenken im Vergleich zu Zuckerbergs Einstellung in den frühen Jahren. Damals hatte er noch erklärt, der Trend gehe dazu, dass Menschen immer mehr über sich öffentlich machten. Facebook war wiederholt in Konflikte mit Datenschützern und Aufsichtsbehörden weltweit geraten, als der Konzern die Grenzen bei der Öffnung der Privatsphäre austestete.

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Diese Kritik nahm Zuckerberg bei seinem Post nun auf, indem er schreibt: "Ich verstehe, dass viele Leute nicht glauben, dass Facebook eine solche auf Privatsphäre fokussierte Plattform aufbauen würde oder wollte." Das Online-Netzwerk habe nicht den Ruf, auf den Schutz der Privatsphäre ausgerichtete Dienste zu entwickeln.

Bei der Verschlüsselung will Facebook Zuckerberg zufolge vermehrt auf Ende-zu-Ende-Techniken setzen. Das Kommunizieren bei Whatsapp geschieht inzwischen über dieses Prinzip. Dabei können die Inhalte einer Unterhaltung nur von Absender und Empfänger eingesehen werden. Weitere Dienste wie Videochats, E-Commerce-Angebote, Bezahl-Services sollen auf dieser abgesicherten Basis aufbauen, erklärt der Facebook-Chef.

Facebook nutzt die Daten seiner Nutzer, um auf deren Grundlage passende Werbung auszuspielen. Eine Erklärung, welche Auswirkungen die neue Ausrichtung auf das bisherige Geschäftsmodell haben könnte, bleibt Zuckerberg in seinem Post schuldig.

Verschmelzung von Daten soll keine Pflicht sein

Dafür geht er auf die Pläne seiner Firma ein, den Austausch von Nachrichten zwischen Facebook, Whatsapp und Instagram zu ermöglichen. Dieses Vorhaben solle durch die nun geplanten Änderungen ermöglicht werden. Zuckerberg schreibt jedoch, das Zusammenlegen der verschiedenen Nutzer-Konnten sei für den User nicht verpflichtend und man müsste ihr aktiv zustimmen. "Wenn man möchte, kann man seine Konten natürlich weiter separat betreiben."

Damit er geht offenbar auf Bedenken ein, die unter anderem vom deutschen Kartellamt vorgebracht worden waren. Die Wettbewerbshüter hatten eine "innere Entflechtung" der verschiedenen zu Facebook zählenden Dienste verordnet. Die Firma dürfe Nutzerdaten von verschiedenen Quellen nur mit expliziter Zustimmung des Users zusammenführen, hieß es von der Behörde.

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