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Deutscher (N)Onliner-Atlas:Online steht die Mauer noch

Die Internetnutzung in Deutschland steigt, doch die östlichen Bundesländer hinken weiter hinterher. Auch ein Generationenkonflikt ist zu erkennen. Die Ergebnisse der neuesten Online-Untersuchung

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Quelle: Initiative D21, (N)Onliner-Atlas

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Der Osten hat noch Nachholbedarf: Das ist das Ergebnis einer Studie zur Internetnutzung in Deutschland. Auftraggeber ist die Initiative D21, ein Zusammenschluss von Wirtschaftsunternehmen und politischen Institutionen. Das Meinungsforschungsinstitut TNS Infratest führte für den sogenannten (N)Onliner Atlas 2010 zwischen Februar und Mai dieses Jahres rund 30.000 Interviews.

Die meisten Internetnutzer finden sich den Ergebnissen zufolge in einer Hansestadt, die bei anderen Untersuchungen wie Bildungstests meist schwach abschneidet: Vier von fünf Bremern sind im Netz unterwegs. Auch die anderen beiden Stadtstaaten Berlin und Hamburg sind vorne dabei. 

Bei den Flächenländern erreicht Baden-Württemberg eine gute Quote, während Bayern nur auf dem zehnten Rang landet. Was auf der Karte noch nicht deutlich wird: Fünf der letzten sechs Bundesländer ...

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Quelle: Initiative D21, (N)Onliner-Atlas

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... liegen im Osten. Das Schlusslicht bildet Mecklenburg-Vorpommern, wo weniger als zwei Drittel aller Bürger das Internet nutzen. Sachsen-Anhalt und Thüringen liegen davor und zeigen auch höhere Wachstumsraten.

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Quelle: Initiative D21, (N)Onliner-Atlas

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Diese Grafik macht den Unterschied noch deutlicher: Während in fast allen westdeutschen Bundesländern die Quote der Internetnutzer mindestens im deutschen Durchschnitt liegt, fallen die ostdeutschen Länder ab.

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Quelle: Initiative D21, (N)Onliner-Atlas

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Den höchsten Zuwachs an Internetnutzern im Vergleich zu 2009 verzeichnet Rheinland-Pfalz, wohingegen Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern bei Wachstumsraten von weniger als einem Prozent stagnieren.

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Quelle: (N)Onliner-Atlas 2010

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Diese Tabelle zeigt die rasante Entwicklung, die das Internet auch in Deutschland genommen hat: Inzwischen ist der Anteil der deutschen Internetnutzer beinahe doppelt so hoch wie noch 2001. Nur noch ein Viertel der Bevölkerung zählt zu den Offlinern - diese Zahl dürfte jedoch nur langsam sinken: Der Prozentsatz der Nutzungsplaner geht zurück. Er bezeichnet die Deutschen, die vorhaben, sich einen Internetanschluss zuzulegen oder sich mit dem Netz vertraut zu machen.

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Quelle: Initiative D21, (N)Onliner-Atlas

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Der (N)Onliner-Atlas (hier als pdf),  zeigt auch regionale Unterschiede: In Ballungsräumen finden sich naturgemäß mehr Internetnutzer, hier ist auch die Breitbandversorgung besser. In den neuen Bundesländern erreicht jedoch kein Ballungsraum mit Ausnahme Berlins den Bundesdurchschnitt.

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Quelle: Initiative D21, (N)Onliner-Atlas

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Beispiel Bayern: Im Ballungsraum München finden sich mehr Onliner als im Rest des Freistaats, die ländlich geprägte Oberpfalz hingegen bleibt unter der 70-Prozent-Marke.

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Quelle: Initiative D21, (N)Onliner-Atlas

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Je höher die Bildung, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, das Internet zu nutzen: 88,5 Prozent aller Bundesbürger mit abgeschlossenem Studium nutzen das Internet, bei der Gruppe ohne Schulabschluss liegt der Anteil nur bei 46,5 Prozent. Allerdings dürfte dies auch eine Generationenfrage sein: 97,5 Prozent aller Schüler gelten als Onliner, unabhängig davon, welche Schule sie besuchen.

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Quelle: Initiative D21, (N)Onliner-Atlas

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Für die Generation im Alter unter 30 Jahren ist das Internet selbstverständlich: Hier liegt die Durchdringung bei mehr als 95 Prozent. Zum Vergleich: Im Jahr 2001 lag der Anteil der Onliner in der Gruppe der 14 bis 29-Jährigen erst bei 63 Prozent. Doch auch die Generation 50 + ...

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Quelle: Initiative D21, (N)Onliner-Atlas

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... holt auf: Die Zahl der Deutschen über 50 Jahre ohne Anbindung zum Internet sank dort zwischen 2001 und heute von 76,8 auf nur noch 45,9 Prozent. Regional sind überdurchschnittlich viele Baden-Württemberger in dieser Altersklasse online, auch bei den Stadtstaaten liegt die Quote höher als im Bundesdurchschnitt.

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Quelle: Initiative D21, (N)Onliner-Atlas

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Diese Grafik zeigt die "Nichtnutzer ohne Beschaffungsabsicht": Das sind Bürger, die das Internet nicht nutzen und es auch nicht vorhaben. Hier liegen wiederum die ostdeutschen Bundesländer und das Saarland sehr weit vorne, jedoch wollen offenbar auch in Bayern überdurchschnittlich viele Menschen das Netz weiterhin ignorieren.

© sueddeutsche.de/joku/holz
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