Comedy auf YouTube Interaktion ist der Schlüssel

Was verlockend klingt, vor allem für potentielle YouTube-Partner, ist mit viel Arbeit verbunden. Keiner, der nur Zeug hochlädt und ignoriert, was das Publikum dazu sagt, hat hier Erfolg. Ein paar Beispiele aus den Top 20: Mystery Guitar Man etwa, ein Musiker mit derzeit rund 1,15 Millionen Abonnenten, hat erst im Mai ein Video nur mit Hunderten Fotos seiner Fans gemacht ("Mystery Guitar People").

Oder Ray William Johnson, ein Student aus New York, der für seine fast 1,7 Millionen Abonnenten zwei Mal pro Woche gefilmte Missgeschicke zeigt und launig kommentiert: Am Ende jeder Folge lädt er die Nutzer ein, ihm in einem Video eine Frage zu stellen, irgend eine.

"Kassem G hat Sex mit seiner Mutter"

Die Antworten schreiben die anderen Nutzer in die Kommentarbox. Es sind jedes Mal Tausende. Johnson wählt drei aus und zeigt sie im nächsten Clip. Zuletzt: Was ist das schlimmste, das du je getan hast? Viele der Antworten - obwohl eigentlich eine Bedingung für YouTube-Partner - sind alles andere als jugendfrei.

Am weitesten geht der kalifornische Comedian Kassem G, der am Venice Beach in L.A. Menschen auflauert und ihnen intime Fragen stellt. Bei den Fragen lässt er sich von seinen Fans inspirieren. Als einer seiner rund 850.000 Abonnenten vorschlug, Kassem G möge über das Thema "Kassem G hat Sex mit seiner Mutter" reden und viele Nutzer die Bitte unterstützten, da machte er den geschmacklosen Vorschlag gleich zum Titel eines Videos.

Vielleicht ist das die wichtigste Lehre für die wachsende Zahl von Firmen, die auf YouTube etwas verkaufen wollen, und für die Leute, die sich von ihnen einspannen lassen. Trotz Partnerprogramm und Werbebeteiligung ist das Portal immer noch recht wild und kaum berechenbar.

Ob der Autobauer Kia mit seinem Wettbewerb am Ende gut dasteht, weiß keiner. Selbst die vier Celebrities können keinen Erfolg garantieren. Im schlimmsten Fall geht die Aufmerksamkeit, die durch sie entsteht, sogar nach hinten los. Wie im Fall Sascha Lobo. Deutschlands mit Abstand bekanntester Blogger dachte sich vor einem Jahr auch, dass er einen Teil seiner Popularität auf ein Mobilfunkunternehmen übertragen könnte. Von den Reaktionen auf die Kampagne hat sich sein Image bis heute nicht richtig erholt.