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Börsengang des Jahres:Wie Schwedens Pensionäre vom Börsengang profitieren

P wie Pensionäre

Wer hätte das gedacht: Durch den Börsengang verfolgen ab sofort 2,7 Millionen Schweden das Facebook-Schicksal - sie haben einem Bericht zufolge in Pensionsfonds investiert, die wiederum Facebook-Aktien kaufen.

Q wie Quellcode

Im Sommer 2007 veröffentlichte ein Blog mit Namen "Facebook Secrets" den Quellcode des Netzwerks, also aus heutiger Sicht das digitale Äquivalent zur Coca-Cola-Rezeptur. Geschadet hat es Zuckerberg und Co. offenbar nicht - bezeichnend ist, dass unter der Blog-Adresse inzwischen Tipps zum Thema Facebook-Marketing vorgestellt werden.

R wie Rahmen

Beweis für den aktuellen Hype und eine Alternative für Menschen, die beim Börsengang leer ausgehen, aber sowieso gerade umdekorieren: Eine einzelne, gerahmte Aktie als Wandschmuck. Anbieter wie giveashare.com werben schon mit den blauen Papieren - wahlweise auch mit eingravierten dummen Sprüchen wie: "Endlich werde ich für die Zeit, die ich auf Facebook verbracht habe, bezahlt."

S wie Stadion

Würde man alle angemeldeten Facebook-Mitglieder in ein Stadion packen, könnte man 11.274 Mal das Dortmunder Fußballstadion füllen. Auch Facebook hat eine eigene Arena, genannt "Hack Stadium". Dabei handelt es sich um einen kleinen Platz auf dem Campus der Firmenzentrale, auf dem Mark Zuckerberg der New York Times zufolge mit einigen Mitarbeitern abends gerne Rollhockey spielt.

T wie Tod und Trauer

Jemand stirbt. Und lebt online weiter. Das ist befremdlich: Die Fotos, die Pinnwand - kurz das gesamte Online-Erbe des Toten existiert einfach weiter. Facebook war auf diese Situation erst nicht vorbereitet: So bekamen Nutzer einen Toten etwa als Freund vorgeschlagen oder wurden an seinen Geburtstag erinnert. Seit einigen Jahren bietet Facebook den Angehörigen des Verstorbenen an, sein Profil in eine Gedenkseite umzuwandeln. Sie ist dann oft ein Ort, an dem Familie und Freunde den Toten direkt ansprechen: "Heute wäre dein Englischabitur gewesen, du hättest es super gemacht". So sieht sie aus, die Trauer online.

U wie Updates mit Folgen

Vom flüchtigen Gefängnisausbrecher, der über Facebook seine Verfolger narrt, bis hin zum Bräutigam, der noch vor dem Kuss schnell seinen Status in "verheiratet" ändert: Die Facebook-Welt ist voller Anekdoten und Status-Updates mit Konsequenzen. Die witzigsten Facebook-Momente sammelt whatthefacebook.com.

V wie Verabredungskultur

Telefon und Einladungskarten haben in vielen Fällen ausgedient. Seit Facebook sind Flashmobs, Demos und ausufernde Partys kinderleicht zu organisieren. Exemplarisch dafür ist Thessa: Sie hatte 2011 (versehentlich) öffentlich zur Geburtstagsfeier in Hamburg geladen, 1600 Gäste kamen. Dass "Facebook-Partys" in Deutschland zwischenzeitlich zum Schreckgespenst wurden, sagt wohl mehr über die Internet-Hysterie, als über ein vermeintliches gesellschaftliches Problem aus. Das hat inzwischen offenbar auch Horst Seehofer verstanden.

W wie Wohnheim

Immerhin keine Garage: In Apartment H33 des Kirkland-Wohnheims an der Elite-Uni Harvard startete Mark Zuckerberg am 4. Februar 2004 Facebook. Seine Nachmieter wussten noch nicht, an welch legendärer Stelle sie Tisch und Bett (und nicht viel mehr) stehen hatten - erst einige Jahre später wurde die Studentenbude zum ikonografischen Ort der Internet-Geschichte. Dass Harvard-Wohnheime kein schlechtes Pflaster sind, hatte bereits viele Jahre zuvor Bill Gates festgestellt, der dort Microsoft gründete.

X wie X-Factor

Es war nur ein weiterer Schritt, den Facebook im Frühjahr 2011 ging. Damals ermöglichte man es Nutzern, in der bekannten Casting-Show X-Factor bei Facebook oder mit ihrem Facebook-Konto abzuzustimmen. Das Facebook-Login ist inzwischen Teil vieler Portale - und zeigt, dass die Mitgliedschaft im Netzwerk längst als digitaler Identitätsausweis dient.

Y wie Yes-Culture

Facebook ist eine Welt, in der wir nur Dinge mögen dürfen: Der "Gefällt-mir"-Knopf passt weder auf Erdbebenvideos noch auf Todesmeldungen - doch perfekt in das Konzept des Konzerns. Denn das soziale Netzwerk soll ein positiver Ort sein, ein Königreich der Freundlichkeiten. Mehr als drei Millionen Nutzer fordern schon länger den "Dislike-Button" - einführen wird ihn Facebook nicht.

Z wie Zynga

"Farmville", "City Ville", "Mafia Wars" sind nicht nur nervende Spiele, von denen einige Freunde nie genug bekommen zu scheinen, sondern bilden auch eine Einnahmequelle für Facebook. Weil der Kauf virtueller Güter über Facebook-Credits abgewickelt wird, streicht das Unternehmen einen Teil des Umsatzes des Herstellers Zynga ein. Vom Wohl und Wehe des börsennotierten Spiele-Produzenten hängt also auch der Facebook-Erfolg ab. Zynga schrieb jüngst aufgrund von Aktien-Optionen rote Zahlen, konnte aber die Umsätze im ersten Quartal um fast ein Drittel steigern.