Börsengang des Jahres Facebook-Humor: Prädikat ausbaufähig

H wie Humor

Die schöne bunte Facebook-Welt

(Foto: Collage, AFP, bloomberg, getty)

Facebook-Witze haben sich hierzulande noch nicht durchgesetzt, sind in den USA aber Bestandteil der Late-Night-Kultur. Kostprobe gefällig? "Facebook soll 96 Milliarden wert sein. Das ist fast so viel Geld wie die Summe, die Unternehmen jedes Jahr verlieren, weil ihre Mitarbeiter bei Facebook Zeit verschwenden (Jay Leno)." Man sieht: Das Genre taugt noch nicht zum Humor-Hit. Mehr Facebook-Humor findet sich auf dieser Seite.

I wie Imperium

Mark Zuckerberg gilt als großer Fan antiker Geschichte, als Jugendlicher war ein großer Fan des PC-Spiels "Civilization", bei dem es darum geht, Gesellschaften aufzubauen. Kein Wunder, dass ihm schon Ähnlichkeit mit einer Skulptur auf einem antiken griechischen Sarkophag bescheinigt wurde und Vanity Fair ihn zum "Cäsaren des Internets" ausrief.

J wie Jobs

Steve Jobs gilt als eines der größten Vorbilder von Facebook-Gründer Zuckerberg, die beiden sollen zu Lebzeiten des Apple-Gründers ein beinahe freundschaftliches Verhältnis gehabt haben. Allerdings funktioniert Facebook noch nicht ganz nach den Apple-Prinzipien. Zwar lässt sich Zuckerberg wie einst Jobs kaum eine Entscheidung aus der Hand nehmen; doch die Kritik an vielen Plattform-Änderungen zeigt, dass die Devise, den Menschen etwas zu geben, von dem sie nicht wussten, dass sie es wollen, im Bereich der sozialen Netzwerke nicht zwangsläufig funktioniert. Auch das Design hat wenig von der Apple-Eleganz - es erinnert inzwischen eher an einen blauen Rübenacker.

K wie Kontrolle

Eine Blackbox mit Krakenarmen. So oder so ähnlich ist das Bild, das vielerorts von Facebook gezeichnet wird. Tatsächlich lässt das Portal den Nutzer häufig verzweifeln - wenn beispielsweise seine kompletten Status-Updates plötzlich in der Chronik auftauchen oder er feststellt, dass er nach Änderung der Facebook-Logik seinen gesamten Freundeskreis in neue Gruppen einteilen muss. Ob das Unternehmen vom Kontrollverlust der Mitglieder profitiert, weil diese dann mehr von sich preisgeben, ist umstritten. Am Ende kann Vermarktung nicht funktionieren, wenn sie auf dem Frust der Nutzer beruht.

L wie Lügen

Lügen gehören von Beginn an zur Facebook-Geschichte. Die Winklevoss-Zwillinge beschuldigten Mark Zuckerberg, ihre Idee gestohlen und sie dabei mehrmals belogen zu haben. Facebook wiederum bezeichnete die Vorwürfe eines Holzhändlers, Zuckerberg habe ihm zu Beginn der Unternehmensgeschichte einen Großteil von Facebook überschrieben, als Lüge. All das freut wiederum Anwälte, die im Laufe der Facebook-Geschichte durch solche Kontroversen ein Vermögen verdient haben dürften.

M wie Management

Zwei Menschen halten Mark Zuckerberg den Rücken frei: Sheryl Sandberg, die als Chief Operation Officer fürs Tagesgeschäft zuständig ist, sowie Finanzchef David Ebersman. Ex-Google-Frau Sandberg sorgte jüngst für Schlagzeilen, als sie öffentlich erklärte, jeden Tag pünktlich um halb sechs aus ihrem Büro zu verschwinden, um sich um ihre Familie zu kümmern. Dass sie von zu Hause arbeitet, sobald die Kinder im Bett sind, ging dabei fast unter. Ebersman gilt als klug, aber schweigsam und spielt nebenbei Bass in der Band Feedbomb, die aus aktuellen und ehemaligen Facebook-Mitarbeitern besteht. Auch hier steht er im Schatten von Zuckerberg: Sängerin Randi ist Marks Schwester.

N wie Nachrichten

Wenn die Nachricht wichtig ist, wird sie mich finden. Diese neue Regel des Informationskonsums könnte durch den Halbsatz "womöglich bei Facebook" ergänzt werden. Inzwischen machen bei Facebook gepostete Links einen nennenswerten Anteil der Reichweite von Nachrichtenportalen aus. Einige Marken wie Washington Post und Guardian bieten ihre Seiten sogar in einer Facebook-Umgebung an, damit Nutzer das Portal nicht mehr verlassen müssen und Freunde von gelesenen Artikeln erfahren. Eine Online-Welt, in der sich alles auf Facebook abspielt - ein Traum für Zuckerberg, ein Albtraum für Verfechter des freien Webs.

O wie Outsider

"Netzwerk-Effekt" nennt sich das Phänomen, dass Facebook so viele Nutzer bescherte: Irgendwann müssen sich (meist junge) Menschen dort anmelden, um mitzubekommen, was in ihrem Freundeskreis passiert. Inzwischen ist der Effekt so groß, dass Forscher unter bestimmten Bedingungen sogar 40 Prozent der Beziehungen zwischen Nichtmitgliedern voraussagen können. Das funktioniert, wenn Nutzer ihre Adressbücher hochladen - über den Abgleich der Kontaktlisten ergibt sich ein Bild, das auch entsprechende Facebook-Abstinenzler mit einschließt.