BGH-Urteil zu Suchvervollständigung Google filtert selbst

Allerdings ist es nicht so, dass Google selbst nicht filtert. Vor allem bei Gewalt, Pornografie oder vermeintlichen Obszönitäten wird die Autocomplete-Funktion vorab eingeschränkt, was manchmal zu kuriosen Ergebnissen führt. So erhält beispielsweise der ehemalige Bundesliga-Torwart Hans Jörg Butt keinerlei automatische Suchvorschläge bei Eingabe seines Namens. Google hat hier die Autovervollständigung komplett deaktiviert, da Butt im Englischen unter anderem "Hintern" bedeutet. Auch Begriffe, die im Zusammenhang mit Urheberrechtsverletzungen gesucht werden, zeigt Google nicht automatisch an. Kritiker werfen dem Konzern deshalb vor, mit zweierlei Maß zu messen.

Verlorene Prozesse in Japan und Frankreich

In vielen anderen Ländern wurde die Autocomplete-Funktion gerichtlich eingeschränkt. So wurde einem japanischen Kläger Schadenersatz zugesprochen. Er hatte seinen Job verloren, weil ihn die Suchfunktion mit Straftaten in Verbindung gebracht hatte. Auch in Italien und Frankreich hat Google bereits solche Prozesse verloren. So hatten unter anderem französische Menschenrechtsorganisationen Google des "latenten Antisemitismus" bezichtigt. Wer nach Prominenten suchte, erhielt als erste Eingabemöglichkeit häufig das Wort "Jude" angezeigt. Der US-Konzern wies jede "ideologische Verantwortung" zurück und berief sich auf die neutralen Suchalgorithmen. Am Ende kam es jedoch zu einem Vergleich.

In Deutschland haben die BGH-Richter nun gegen Google entschieden und damit ein anderslautendes Urteil des Oberlandesgerichts (OLG) Köln aufgehoben. Dort muss der Fall nun zum Teil neu verhandelt werden.