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Bezahlen mit dem Handy:Wie man Apple Pay einrichtet

Apple Pay

Mit Apple Pay zu zahlen ist ab heute in Deutschland möglich. Allerdings bleiben viele Bankkunden außen vor.

(Foto: dpa)
  • Seit heute können alle Apple-Smartphone-Nutzer ab dem iPhone 6 aufwärts den Zahlungsdienst Apple Pay nutzen.
  • Allerdings können zum Start nur Kunden einer Handvoll Kreditinstitute direkt mit Apple Pay zahlen.
  • Abhilfe schaffen könnte ein Umweg über Anbieter von virtuellen Kreditkarten, doch auch das hat seine Tücken.

Bezahlen mit Apple Pay ist seit heute auch für iPhone-Besitzer in Deutschland möglich. Die Anmeldung dauert nur wenige Minuten und man benötigt nicht einmal eine extra App. iPhone-Nutzer öffnen auf ihrem Handy das Wallet - die digitale Brieftasche. Dort wird man direkt auf den neuen Bezahldienst hingewiesen. Um den Dienst nutzen zu können, braucht der Nutzer allerdings eine Kreditkarte, die von Apple Pay unterstützt wird. Welche das aktuell sind, erfährt man direkt beim Einrichten. Folgende Geldhäuser kooperieren aktuell mit Apple: Comdirect, Deutsche Bank, American Express, Boon, Bunq, Fidor Bank, Hanseatic Bank, Hypo Vereinsbank/Unicredit, N26, O2 Banking, Ticket Restaurant Edenred, Vimpay.

Die Kreditkarte wird dann entweder über die Kamera eingescannt, oder man tippt die Daten manuell ein. Alles recht einfach und selbsterklärend - außer man ist kein Kunde bei einer der bereits kooperierenden Banken. Und das dürften in Deutschland einige sein, zum Beispiel alle Kunden von Sparkassen oder Volksbanken. Diesen Menschen bleibt nur das Hintertürchen über Dienste, die virtuelle Prepaid-Kreditkarten anbieten.

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Sparkassenkunden müssen einen Umweg gehen

Der bekannteste Anbieter dafür ist Boon. Zuerst muss die Boon-App auf dem Handy installiert werden. Noch bevor man sich mit seinen persönlichen Bankdaten registriert, kommt bereits die erste Ernüchterung: Boon möchte nach drei kostenlosen Monaten eine Gebühr von 1,49 Euro pro Monat. Ist der Nutzer bereit, das zu zahlen, kann er mit der App eine virtuelle Kreditkarte erstellen, die dann wiederum im Apple-Wallet hinterlegt werden kann.

Das funktioniert technisch einwandfrei. Allerdings ist Boon keine echte Kreditkarte, sondern ein Prepaid-System. Das bedeutet, der Kunde muss die virtuelle Kreditkarte in der Boon-App mit Guthaben aufladen - zum Beispiel über ein Kreditkartenkonto oder ein Girokonto bei seiner Hausbank. Im Basic-Paket geht das gerade mal mit hundert Euro pro Monat. Will man mehr Geld auf seine virtuelle Kredikarte buchen, muss man die Boon-Plus-Mitgliedschaft freischalten. Dafür braucht es dann Identitäts- und Adressnachweise, die man über die App hochladen muss.

Nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert die App Vimpay. Auch darüber kann man eine Prepaid-Kreditkarte aktivieren und mit einem Bankkonto verknüpfen, um am Ende über Apple Pay bezahlen zu können. Die Basisversion ist kostenlos und erlaubt einen Umsatz von 2500 Euro pro Jahr, am Tag kann man maximal hundert Euro einzahlen. Will man größere Beträge über Vimpay verwalten, kostet die App 4,99 Euro pro Monat. Der größte Nachteil dieser Apps: Der Kunde muss vor dem Bezahlen mit Apple Pay immer erst sicherstellen, dass sein Guthaben auf der virtuellen Kreditkarte für den Einkauf ausreicht - oder die Karte aufladen.

Beim Apple-Konkurrenten Google, der mit Google Pay bereits seit diesem Sommer ein kontaktloses Bezahlsystem per Smartphone anbietet, ist die Liste der kooperierenden Banken zwar noch kürzer. Dafür bietet Google seit Oktober die Möglichkeit, ein Paypal-Konto als Zahlungsmittel zu nutzen, wenn man ein Bankkonto bei Paypal hinterlegt hat. Der US-Zahlungsdienst kann prinzipiell von jedem genutzt werden und hat laut eigenen Angaben in Deutschland aktuell mehr als 20 Millionen Nutzer.

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