Amazons E-Book-Reader Kindle wird zur Leihbibliothek

Amazon erhört seine Kunden: Kindle-Nutzer können künftig untereinander digitale Bücher verleihen. Doch teils heftige Einschränkungen verderben die Freude.

Darauf hatten die Benutzer des Kindle bereits länger gewartet: Künftig können sie digitale Bücher und Periodika auf dem E-Book-Reader untereinander verleihen. Die Funktion soll auf den Kindle-Geräten und den Kindle-Apps für andere mobile Endgeräte zur Verfügung stehen.

Amazons Kindle: Verleih-Funktion mit Einschränkungen.

(Foto: dpa)

Jedes Buch könne einmal für einen Zeitraum von zwei Wochen ausgeliehen werden, teilte Amazon in seinem Firmenblog mit. Dies bedeutet, dass einmal bezahlte Bücher von einer großen Anzahl Benutzer kostenlos gelesen werden könnten.

Allerdings wird das System stark restringiert: So umfasst die künftige Leihfunktion nicht die gesamte Kindle-Bibliothek - welche Bücher ausgeliehen werden können, bestimmt jeweils der Verlag oder Autor. Hinzu kommt, dass ein Nutzer ein verliehenes Buch selbst nicht lesen kann - ganz wie bei einem herkömmlichen Buch. Dem Eintrag zufolge kann ein Werk auch nach Ablauf der 14 Tage nicht nochmals an den gleichen Nutzer verliehen werden.

Amazon wird den genauen Zeitpunkt, an dem das Borgen möglich wird, noch bekanntgeben. Mit der Leihfunktion zieht Amazon mit dem Konkurrenten Barnes & Noble gleich. Der Buchhändler bietet eine Ausleihe digitaler Bücher - ebenfalls für zwei Wochen - auf seinem E-Reader Nook schon seit etwa einem Jahr an.

Allerdings besitzt der Nook genau wie die E-Book-Reader von Sony den Vorteil, dass er nicht nur Ausleihen zwischen Nutzern zulässt, sondern auch Werke von digitalen Bibliotheken auf dem Gerät erlaubt. In den USA haben bereits viele Büchereien ihren Service um eine E-Book-Ausleihe ergänzt.

Hier wird die Datei, die mit einem digitalen Kopierschutz versehen ist, nach einer bestimmten Zeit wieder vom Lesegerät entfernt.