Studium:"Da steckt das ganze Knäuel der modernen Kultur(gut)fragen drin"

Baltasar Gracián: "Handorakel und Kunst der Weltklugheit"

In 300 Aphorismen die brutalen Einsichten eines spanischen Jesuitenpaters des 17. Jahrhunderts in die Schlechtigkeit der Welt und wie man ihr begegnet. Schopenhauers glasklare Übersetzung ist zugleich eine Prosaschule. Nach der Lektüre wird man Religiosität nicht mehr mit sentimentalem Moralisieren verwechseln können.

Christoph Möllers, Verfassungsrechtler und Rechtsphilosoph an der Berliner Humboldt-Universität

John D. Barrow: "100 Dinge, von denen du nicht wusstest, dass du sie nicht wusstest. Wie Mathematik unsere Welt erklärt"

1959 diagnostizierte der englische Chemiker und Romanautor C. P. Snow einen Gegensatz zwischen "two cultures": einer geisteswissenschaftlich-ästhetischen und einer naturwissenschaftlich-mathematischen Kultur. Wenn jemand zwischen beiden eine Brücke schlagen kann, dann der vielseitige und anspruchsvoll unterhaltsame Professor Barrow aus Cambridge.

Jürgen Osterhammel, Globalhistoriker in Konstanz

Quatremère de Quincy: "Über den nachtheiligen Einfluß der Versetzung der Monumente aus Italien auf Künste und Wissenschaften"

Da steckt das ganze Knäuel der modernen Kultur(gut)fragen drin, die um Identität und Besitz, Geschichtsbewusstsein und den Wert der Kunst, wenn nicht menschlicher Kultur überhaupt kreisen. Dass es da keine einfachen Antworten gibt und geben kann, schimmert aus dieser feurigen Propagandaschrift aus der Zeit der Französischen Revolution schon hervor. In der deutschen Ausgabe von 1998 gibt mit Édouard Pommier ein europäischer Gelehrter unserer Zeit dem Leser eine glänzende Einführung in den historischen Text.

Bénédicte Savoy, Professorin für Kunstgeschichte an der Technischen Universität Berlin, Leibniz-Preisträgerin 2016

Robert K. Merton: "Auf den Schultern von Riesen"

Der alte Spruch "Wir sind nur Zwerge auf den Schultern von Riesen" will den heroischen Vorfahren unseres emsigen Wissenschaftsbetriebs den gebührenden Dank abstatten. Auf der Suche nach der Herkunft des Spruchs folgt der amerikanische Soziologe Robert K. Merton verheißungsvollen, am Ende aber ins Leere laufenden Spuren. Wie man etwas sucht, wie dabei eigenes und fremdes Wissen helfen oder in die Irre führen kann, wie erfolgreich und erfolglos "Forschung" ist, das erzählt dieser heitere Bericht von einem gescheiterten, aber lehrreichen Unternehmen.

Heinz Schlaffer, Germanist in Stuttgart, bekannt für Bücher wie "Poesie und Wissen" und "Die kurze Geschichte der deutschen Literatur"

(Zum selben Buch:) Was wäre nötiger in unserer oft geschichtsvergessenen Zeit, als daran zu erinnern, dass wir nicht von null anfangen müssen? Und uns lehrt, demütig zu sein?

Barbara Vinken, Literaturwissenschaftlerin in München

Douglas R. Hofstadter: "Gödel, Escher, Bach"

Eine majestätisch-quirlige, poetische Meditation über strange loops und Selbstbezüglichkeit. Egal, ob man ein geistes- oder naturwissenschaftliches Studium beginnt, wird dieses Buch einige neue Arenen im Bewusstsein errichten, in denen man sich austoben kann.

Clemens J. Setz, Schriftsteller, Graz

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