Studium So lebt es sich in der Uni-Stadt Göttingen

Wo wohnen Studenten am besten? Und was unternehmen in der Freizeit? Erstsemester haben viele Fragen. Der Ratgeber von SZ.de und jetzt.de liefert Antworten.

Von Eva Hoffmann (Text) und Katharina Bitzl (Illustration)

Wohnen

Die Stadt ist nicht besonders groß, doch bei WG-Castings in Göttingen kann man schon mal mit 50 anderen Bewerbern vor einer Wohnung anstehen. Deshalb: am besten außerhalb der Stoßzeiten im Oktober und April mit der Suche anfangen.

Da in Göttingen generell alles nahe beieinander liegt, muss man nicht unbedingt im Zentrum wohnen, um in Uni-Nähe zu bleiben. Pro Quadratmeter zahlt man im Durchschnitt gut zehn Euro, aber schon 15 Minuten außerhalb des Zentrums werden die Zimmer günstiger und die WGs und Gärten größer. Ein Zimmer in einem studentischen Haus à la Villa Kunterbunt mit Dielen, Wendeltreppe und Balkon kann man ab acht Euro pro Quadratmeter ergattern, wenn man Zeit und Geduld mitbringt, alle zwölf Mitbewohner persönlich kennenzulernen.

Verbindungen aller Art gehören genauso zum Stadtbild wie deren Gegner. Wenn also das 30-Quadratmeter-Zimmer in der Villa im Grünen nur 150 Euro im Monat kostet, lieber zwei Mal nachfragen oder wissen, worauf man sich einlässt.

Typologie der Erstsemester

Karriere oder Katerfrühstück?

Tipps für die Wohnungssuche

Studentenwohnheime

Ein Zimmer im Studentenwohnheim kann in Göttingen sehr unterschiedlich aussehen. Von der selbstverwalteten Altbauvilla bis zum Plattenbau sind Einzel- bis Familienunterkünfte über die gesamte Stadt verteilt. Allerdings reichen die 4500 Angebote nicht aus, um alle Neuankömmlinge unterzubringen. Auch dafür sollte man sich früh auf einen Wartelistenplatz bewerben, um nicht in einer der Notunterkünfte in der städtischen Turnhalle zu landen. Eine Übersicht der Angebote gibt es hier.

Unterwegs

Der Göttinger Bahnhof steht in einem Meer aus Fahrrädern. Auch in der Innenstadt wird jeder zweite Laternenmast beparkt. Das Fahrrad ist das einzig wahre Fortbewegungsmittel in dieser Stadt. Busse bieten sich nur für diejenigen an, die wirklich sehr weit draußen wohnen.

Öffentliche Verkehrsmittel

Bis auf den Weg zum Nordcampus lohnt es sich in Göttingen selten, den Bus zu nehmen. Am Wochenende fahren zwei Nachtbusse.

Semesterticket

Das Semesterticket ist im Semesterbeitrag von 320,85 Euro (Stand Sommersemster 2017) enthalten und deutschlandweit der Jackpot unter den Semestertickets: Neben dem Kulturticket und der Buskarte funktioniert es wie ein Niedersachsenticket. Ein Ausflug nach Hamburg, Bremen oder in den Harz ist damit schon fast Pflicht.

Fahrrad

Fahrrad-Faustregel in Göttingen: Man ist überall in maximal 15 Minuten - wir haben es ausprobiert. Sogar der nördlichste Campus ist in dieser Zeit zu erreichen. Allerdings sollte das Rad wirklich in Schuss sein. Der Polizeietat wird hier scheinbar durch Fußgängerzonen-Durchkreuzer und Ohne-Licht-Fahrer finanziert.

Taxi

Da der Großteil der Innenstadt eine Fußgängerzone ist, muss man für ein Taxi Richtung Wall laufen. Wenn am Ende der Weenderstraße kein Taxi mehr wartet, über die Taxizentrale bestellen: 0551/69300

Man zahlt grundsätzlich 3,10 Euro, danach wird per Kilometer abgerechnet. Genaue Tarife sind hier nachzulesen. Bei "puk minicar" gibt es nachts außerdem besondere Angebote für Frauen, die alleine unterwegs sind.