Studium Was die Bewohner an den Apartments schätzen

Zum Vergleich: Für ein 20-Quadratmeter-Apartment mit Küche und Bad im Neubau berechnet das Frankfurter Studentenwerk 350 Euro warm pro Monat. Längst nicht alle Plätze gehören zu dieser Kategorie - die mittlere Monatswarmmiete ist niedriger, sie liegt bei 285 Euro. "Die Tendenz geht aber ganz klar zu Einzelapartments, bei denen, die sich das leisten können", sagt Erdmann.

"Youniq"-Mieter Paul Henning, 32, aus dem sächsischen Hoyerswerda, hat als Offizier beim Bund Geld gespart und jobbt noch neben seinem "Finance"-Studium. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei für Frankfurt gut. "Das Zimmer ist schön und es gibt hier alles, was man braucht." Zwar muss er mit der U-Bahn zu seiner Privat-Hochschule fahren, die Nähe zum Taunus und gute Joggingstrecken seien ihm aber wichtiger.

"Es ist finanziell absolut planbar"

"Die Lage schlägt alles, solange bezahlbar, da wird auch niedrigerer Standard in Kauf genommen", sagt Schlanzke. "Dann kommt der günstige Preis, gerade bei ausländischen Studierenden." Drittes Kriterium sei das Haus: "Dabei sind Apartments am stärksten gefragt, weil sie das höchste Maß an Privatsphäre versprechen.

"Beim Studentenwerk sind die Wartelisten lang: Mit etwa 2000 Suchenden rechnet Erdmann zum Wintersemester. Bei "Youniq" in Frankfurt gebe es keine langen Listen, meint Schmeidel. 75 Prozent der fast 500 Plätze seien an Studierende vermietet. Die übrigen Mieter sind vor allem Doktoranden, Banker und Beschäftigte der Hochschulen. Die Apartmentanlagen liegen in unmittelbarer Nähe zum naturwissenschaftlichen Campus der Universität, viele studieren aber wie Henning woanders.

Sebastian Raisch etwa fährt jeden Tag mit dem Auto oder Motorrad nach Friedberg im Wetteraukreis, wo er im fünften Semester an der Technischen Hochschule Wirtschaftsinformatik studiert. Warum er in der Apartmentanlage wohnt? "Es ist finanziell absolut planbar", sagt der 23-Jährige aus der Nähe von Kaiserslautern, der sein Studium selbst finanziert. Gemeinschaft im Haus sei ihm nicht wichtig: "Ich bin viel unterwegs und brauche dann Ruhe." Das Leben in der komfortablen Anlage entspreche seinen Bedürfnissen. "Nur einige lassen ihre Mülltüten vor ihrer Tür im Flur so lange stehen."

Wilde Studentenpartys sind in dem privaten Wohnheim selten, sagt Schmeidel. Wenn die Studierenden in den Gemeinschaftsräumen mal eine leere Flasche stehen lassen, werde sie weggeräumt. Sollte doch einmal zu heftig gefeiert werden, seien die Übeltäter aber schnell ausgemacht: Die Lounges sind videoüberwacht und die Gemeinschaftsräume nur mit einem Transponder zugänglich.