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Studentenjobs:"Sie sind immer noch Vollzeitstudent"

Geld muss her, ein Job. Nur welcher? Die meisten Studenten arbeiten neben dem Studium, um sich das Leben in der Uni-Stadt leisten zu können. Davon ist nicht jeder Professor angetan.

Es verspricht ein gutes Semester zu werden. Gerade verbringen die neuen Studenten ihre ersten Tage an deutschen Universitäten, da ist das Studium schon nicht mehr genug. Geld muss her, ein Job. Nur welcher? An Möglichkeiten mangelt es nicht, in den Schaukästen im Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität München reiht sich ein Angebot ans nächste: Boston Consulting, Allianz, das ZDF. Ein Jeansladen, ein Buchverlag, selbst ein Kindergarten. Sie alle suchen für das neue Semester, sie alle suchen studentische Aushilfen.

Auf den ersten Blick sind die viel umworbenen Münchner Studenten eine unpassende Zielgruppe. Sie wirken, als hätten sie schon genug Geld oder längst den passenden Job. Hunderte hetzen auf dem Weg zur Bibliothek oder Vorlesung an den Glaskästen vorbei, für die Aushänge interessiert sich niemand.

Brauchen die wirklich alle keinen Job? Melanie Juling, Mitarbeiterin im Büro Student und Arbeitsmarkt, lacht. Nein, die brauchen sehr wohl einen. Die meisten allerdings suchen im Netz nach Angeboten; dort sind im Gegensatz zu den Aushängen, die jeden zweiten Tag wechseln, alle Anzeigen gesammelt aufgeführt. Jetzt zum Semesterstart verzeichnet ihre Seite mehr als 50 000 Klicks pro Tag. "Das ist für uns viel", sagt Juling. Verwundert aber nicht: Zwei von drei Studenten in Deutschland arbeiten neben ihrem Hauptberuf, dem Dasein zwischen Hörsaal, Schreibtisch und Diskothek. Wenn das Semester beginnt, geht die Suche los.

Die wichtigste Einnahmequelle sind nach wie vor Mama und Papa

Studentenatlas Popcornmaschine im Büro
Studentenatlas Berlin
Nebenjobs in Berlin

Popcornmaschine im Büro

In Berlin boomt die Start-up-Szene. Flexible Arbeitszeiten, Tischfußball, junge Teams - klingt nach besten Bedingungen für Studierende. Allerdings: Ein Job in einem Start-up verlangt Werkstudenten einiges ab. Fünf junge Berliner berichten.   Protokolle von Karin Janker

Durchschnittlich landen jeden Monat 864 Euro auf dem Konto eines Studenten. An einer Hochschule eingeschrieben zu sein, das bedeutet ein Leben am Rande der offiziellen Armutsgefährdungsquote, das heißt für viele ein paar Jahre Knausern für ein später höheres Einkommen.

Wer weniger als 670 Euro im Monat zur Verfügung hat, studiert nach der Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus dem Jahr 2012 besonders häufig Mathematik oder andere Naturwissenschaften. Wer sich über mehr als 1000 Euro freuen kann, widmet sich dagegen häufiger der Medizin. Daraus lässt sich mitnichten schließen, dass die eine Fachrichtung lukrativere Nebenjobs ermöglicht als die andere: Die wichtigste Einnahmequelle sind für die Studenten nach wie vor Mama und Papa. Fast 90 Prozent der Studenten sind auf die Eltern angewiesen, die im Monat durchschnittlich etwa 480 Euro zum akademischen Leben ihres Sprösslings beisteuern.

Gleich danach steht der Nebenjob auf der Liste mit etwa 300 Euro. Das Bild des Studenten, der in der Bar ausschenkt, als Maskottchen in der Fußgängerzone steht oder im Telefoncenter Umfragen führt, passt dabei noch immer - die Mehrzahl der Studierenden jobbt als Aushilfe. Auf Rang zwei die Arbeit an der Uni: 29 Prozent sind als studentische Hilfskräfte an den Fakultäten tätig. Fachnahe Jobs, die auch dezidiert Kenntnisse aus dem Studium voraussetzen und als Karrierebeschleuniger wirken können, haben dagegen nur sehr wenige; etwa sieben Prozent aller Hochschüler.

Skurrile Nebenjobs für Studenten

Einmal Trauzeugin: 100 Euro