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Schule:"Da müssen wir Lehrer Profis bleiben"

Kurzum: Rein rechtlich bleibt den Lehrkräften durchaus ein gewisser Spielraum bei der Gestaltung der Nachholschulaufgabe. Verpassen Sie eine angekündigte Klausur nur, wenn es tatsächlich gute Gründe dafür gibt. Die Lehrkräfte, und damit zur zweiten Dimension Ihrer Frage, werden es Ihnen danken, wie ein langjähriger Gymnasiallehrer aus Hannover erklärt.

Was ein Lehrer über die Praxis sagt

"Wer krank ist, kann nicht zur Schule kommen und schon gar keine Klausur mitschreiben, ganz klar. Es ist mein Job, für solche Schüler dann eine Nachholklausur zu erstellen, die vom Schwierigkeitsgrad her vergleichbar mit der Klausur ihrer Mitschüler ist. Das ist allerdings nicht immer ganz einfach, da man die naheliegenden Fragen meist schon in der ersten Prüfung gestellt hat. Das heißt: Wenn ich so eine Arbeit erstelle, muss ich manchmal auch etwas abwegigere Sachen fragen, weshalb Nachholklausuren in den meisten Fällen etwas schwerer sind als die reguläre Prüfung.

Lehrer - zumindest diejenigen, die ich kenne - machen das aber natürlich nicht absichtlich. Obwohl es einen oft schon reizen würde, einen Schüler auflaufen zu lassen, bei dem allzu klar ist, dass er sich beim ersten Prüfungstermin vom Arzt seines Vertrauens hat krankschreiben lassen. Wenn ich wegen so jemandem in ein paar Stunden Arbeitszeit eine neue Klausur erstellen muss, ist das schon sehr ärgerlich. Trotzdem sollen alle Schüler möglichst ähnliche Bedingungen haben, da müssen wir Lehrer Profis bleiben."

© SZ.de/harl/feko

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