Schule:Mindestens 30 dienstfreie Tage pro Jahr müssen gesetzlich sein

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Leider waren bei meiner Englischschulaufgabe zwei Schüler krank, ich muss für sie also eine Nachholschulaufgabe erstellen. Dafür geht ein halber Tag drauf, ebenso für das Erstellen der Französischschulaufgabe, die ich in der Woche nach den Ferien in einer anderen Klasse schreiben werde. Spätestens am Tag vor Schulbeginn steht dann noch die Vorbereitung des regulären Unterrichts an. Langweilig wird mir während der Ferien also sicher nicht."

Zu Korrektur und Unterrichtsvorbereitung kommen bei Lehrern während der Schulferien ab und an noch schulinterne Konferenzen und Fortbildungen, das Ministerium spricht von "außerunterrichtlichen Dienstpflichten". Der Schulleiter legt hier fest, wann die Lehrer in den Ferien Dienst tun müssen und wann sie tatsächlich Freizeit haben. Die sollen sie laut Urlaubsverordnung mindestens im Umfang des gesetzlichen Urlaubsanspruchs von 30 Werktagen bekommen. "Wie sich dies über die Ferien verteilt, ist - abgesehen von dienstlichen Anordnungen der Schulleitung - den Lehrkräften selbst zu überlassen", schreibt das bayerische Kultusministerium.

Zusammenfassend: Natürlich arbeiten nicht alle Lehrer so gewissenhaft wie derjenige, der hier Auskunft gegeben hat. Und natürlich gibt es auch in dieser Berufsgruppe Faulenzer, die sich entspannt auf ihrer Lebenszeitverbeamtung ausruhen. Pauschales Abtun der Lehrkäfte als wenig arbeitendes und dafür sehr ordentlich verdienendes Volk wird ihnen aber sicher nicht gerecht. Denn die Unterrichtsverpflichtung bayerischer Lehrkräfte - bei 23 Schulstunden pro Woche geht man von einer Vollzeitstelle aus - entspricht gewöhnlich weniger als der Hälfte ihrer wirklichen Arbeitszeit.

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