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Studie:Mehr als sechs Millionen Erwachsene können nicht richtig Deutsch lesen und schreiben

Welttag der Alphabetisierung

Schreiben: für manche eine Selbstverständlichkeit, für andere eine Qual.

(Foto: Daniel Reinhardt/dpa)
  • Mehr als sechs Millionen Erwachsene in Deutschland haben in der deutschen Sprache große Lese- und Schreibprobleme.
  • Mehr als die Häfte der Betroffenen hat Deutsch als Muttersprache.
  • Bei der Vorgängerstudie konnten sogar noch 7,5 Millionen Menschen hierzulande kaum Deutsch lesen und schreiben. Bildungsministerin Karliczek bewertet die Entwicklung daher als Erfolg.

6,2 Millionen Erwachsene in Deutschland können nicht richtig Deutsch lesen und schreiben. Von ihnen hat mehr als die Hälfte Deutsch als Muttersprache. Das geht aus einer vom Bundesbildungsministerium geförderten Studie hervor. Die Studie "LEO 2018 - Leben mit geringer Literalität" soll an diesem Dienstag in Berlin vorgestellt werden.

47,4 Prozent der Menschen mit Lese- und Schreibproblemen haben einen Migrationshintergrund und als Erstes eine andere Sprache gelernt als Deutsch. Von diesen 2,9 Millionen Menschen sind die meisten nach eigenen Angaben in der Lage, in ihrer Muttersprache anspruchsvolle Texte zu lesen und zu schreiben.

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2011 hatten insgesamt noch 7,5 Millionen Menschen nur geringe Lese- und Schreibfähigkeiten - also etwa 1,3 Millionen mehr. Zu dieser Kategorie gehören all jene, die einzelne Sätze lesen oder schreiben können, aber keine zusammenhängenden Texte verstehen, auch keine kürzeren.

Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) nannte den Rückgang einen "Erfolg für unser Bildungssystem". Die Anteile der schriftsprachlich Geringqualifizierten bei Menschen jeweils mit Deutsch und mit anderen Sprachen als Muttersprache haben sich gegenüber der Vorgängerstudie nicht deutlich geändert. 62,3 Prozent der Betroffenen sind der Studie zufolge trotz ihrer Lese- und Schreibschwäche erwerbstätig. Mehr als jeder Fünfte hat keinen Schulabschluss, weitere zwei Fünftel haben nur einen geringen. Auch bei jenen Erwachsenen, die zwar zusammenhängende Texte verstehen, aber dennoch nicht gut lesen und nur sehr fehlerhaft schreiben können, gab es einen Fortschritt. Hier verringerte sich die Anzahl von 13,4 Millionen im Jahr 2011 auf nun 10,6 Millionen Menschen.

Enttabuisierung von Lese- und Schreibschwäche sowie mehr und bessere Angebote zum Lernen spielen dem Ministerium zufolge eine Rolle beim Rückgang der Zahlen. Studienautorin Anke Grotlüschen sagte zudem, die Fortschritte gingen mit besseren Schulabschlüssen und einer höheren Erwerbsbeteiligung einher.

Für die Studie wurden im Sommer 2018 etwa 7200 Deutsch sprechende Erwachsene im Alter von 18 bis 64 Jahren befragt. Sie mussten ausreichend Deutsch sprechen, um einer etwa einstündigen Befragung folgen zu können. Karliczek sagte trotz der Fortschritte: "Politik und Gesellschaft dürfen aber nicht nachlassen." Gerade Erwachsene koste es oft viel Überwindung, sich dem Problem der Lese- und Schreibschwierigkeiten zu stellen.

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