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Warnstreiks der angestellten Lehrer:Forderung nach 5,5 Prozent mehr Gehalt

Worum es bei den Tarifverhandlungen geht

Die Kernforderung der Gewerkschaften lautet 5,5 Prozent mehr Geld, mindestens aber um 175 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Hauptgründe für das vorläufige Scheitern sind starke Differenzen über die betriebliche Altersvorsorge und über die tarifliche Eingruppierung der angestellten Lehrer. Die Altersvorsorge ist im öffentlichen Dienst Standard, soll aber wegen hoher Kosten reformiert werden. Die bundesweit 200 000 angestellten Lehrer sollen besser tarifvertraglich abgesichert werden - uneins sind sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer über die Höhe.

Die nächste Runde ist für Mitte März angesetzt. Verhandelt wird für die etwa 800 000 Tarifbeschäftigten der Länder. Die Gewerkschaften fordern zudem eine Übertragung des Ergebnisses auf die etwa zwei Millionen Beamten und Pensionäre.

Was angestellte Lehrer von Beamten unterscheidet

Das Gros der deuschen Lehrer genießt den Beamtenstatus und damit einige Privilegien gegenüber ihren angestellten Kollegen, obwohl sie an derselben Schule arbeiten, den gleichen Arbeitsaufwand und die gleiche Qualifikation haben. So sind Beamte unkündbar, sie werden zum Beispiel im Krankheitsfall länger weiter bezahlt und sind privat krankenversichert. Die Entscheidung über den Beamtenstatus liegt in der Hand der Bundesländer.

Früher war die Einstellung an einer Schule gleichbedeutend mit einer Verbeamtung. Zunehmend suchen Bundesländer allerdings Alternativen. Berlin hat zum Beispiel 2003 beschlossen, künftige Lehrer nicht mehr zu verbeamten, auch Sachsen geht diesen Weg, um zu sparen. Ohne Beamtenstatus sind zudem viele Lehrer, die in den 1980er Jahren zunächst nicht eingestellt wurden, sowie Lehrer, die zunächst an Privatschulen gearbeitet haben, Seiteneinsteiger oder Lehrkräfte, die nur befristet beschäftigt sind.