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Erfolg in der Schule:Hilfreiche Lernmethoden

Lernen müssen alle, aber nicht alle müssen gleich lernen. Schon im Kindesalter gibt es unterschiedliche Lerntypen: Bei dem einen Schüler bleiben die Vokabeln vielleicht schon beim Durchlesen hängen, der andere muss sie immer wieder anschauen, der nächste lernt am besten beim Sprechen oder beim Abfragen durch eine andere Person. Es kann hilfreich sein, den bevorzugten Lernweg herauszufinden und sich vor allem in schwierigen Situationen auf ihn zu stützen.

Grundsätzlich gilt aber, dass es keinen Lerntyp in Reinform gibt. "Je mehr Sinnes- und Tätigkeitskanäle angesprochen werden, desto effektiver ist das Lernen", sagt Josef Kraus, Präsident des Deutschen Lehrerverbands. Der Stoff sollte also gesehen und (laut!) gelesen, gehört und am besten auch in einen Handlungs- und Sinnzusammenhang gebracht werden, indem man eigene Notizen dazu macht oder - noch besser - anderen vorträgt und erklärt. Die Vokabeln also nicht nur immer wieder durchlesen, sondern laut vor sich hersagen und sich abfragen lassen, vielleicht sogar in einem Rollenspiel anwenden.

Auch konzentriertes Mitschreiben schon im Unterricht hilft und sollte schon von jüngeren Schülern trainiert werden. Wer das Wichtigste gleich ins Heft notiert, öffnet neben dem Hören nicht nur einen weiteren Lernkanal, sondern spart sich am Abend oft auch das erneute Durchlesen des Stoffes im Schulbuch. Unnötig zu sagen, dass auch Aufpassen und Mitdenken im Unterricht den Lernprozess effizienter machen. "Schüler müssen aktiv lernen und mit dem Stoff umgehen", rät Kraus. Sie sollten sich schon früh angewöhnen, beispielsweise einen Text nicht nur passiv zu lesen, sondern ihn mit dem Textmarker zu strukturieren oder Gedanken und Bemerkungen an den Rand zu notieren.

Wichtig außerdem: Lernen bedarf Wiederholungen; ohne ständiges Üben verschwinden selbst Inhalte, die man bereits auswendig konnte, wieder aus dem Gedächtnis. "Was im Kurzzeitgedächtnis ist, muss man im Schnitt viermal wiederholen, bis es sitzt", sagt Kraus. Die Abstände sollten dabei immer länger werden - also anfangs täglich wiederholen, dann zwei, dann drei Tage dazwischen. Schüler sollten sich auch nicht endlos mit ein und demselben Themengebiet plagen, sondern abwechseln. Kürzere Lernheiten und dafür häufigere sind sinnvoller.

Und ganz grundsätzlich gilt, dass Lernen positiv besetzt muss. Lernerfolg und Motivation bedingen sich gegenseitig und münden irgendwann in eine Aufwärtsspirale. Hilfreich dabei sind eine angenehme Lernumgebung, eine motivierende Begleitung durch Eltern, Lehrer oder Freunde mit viel Lob und konstruktiver Kritik und außerdem Pausen und Belohnungen. "Sachen, die unter Zwang und Druck gelernt werden, bleiben nicht", sagt Demmer. "Eine gute und verständnisvolle Beziehung zu Eltern und Lehrern ist mehr als die halbe Miete."

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