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Einnahmen und Ausgaben:Wie stelle ich einen Finanzplan fürs Studium auf?

Miete, Essen, Bücher, Internet: Studieren geht ins Geld. Damit es am Ende des Monats nicht eng wird, sollten Studenten einen Finanzplan aufstellen. Denn sie haben viel Einfluss darauf, wie viel ihr Studium wirklich kostet.

Einfach mal losstudieren, Mama und Papa zahlen's ja? Die Rechnung geht für die wenigsten Studenten auf. Der Großteil muss aufs Geld schauen und meist auch sparen, damit es am Ende des Monats nicht nur für Nudeln in Buttersoße reicht.

In dieser Situation sind viele Studenten alt genug, um wieder auf die Eltern zu hören, die vielleicht auch schon dazu geraten haben: Eine genaue Übersicht über Einnahmen und Ausgaben hilft, nicht in monetäre Nöte zu geraten. Eine solche sollten Studenten auf jeden Fall erstellen, wenn sie mit ihrem Geld nicht auskommen - aber auch schon vor ihrem Studium, um herauszufinden, wie sie die nächsten Jahre haushalten müssen.

Wer gerade erst von zu Hause ausgezogen ist, hat meist nur eine vage Vorstellung davon, wie viel monatlich für Essen, Kleidung, Telefon oder Strom ausgegeben wird. Für eine Einschätzung vorab ist die Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks nützlich, die die durchschnittlichen Ausgaben und Einnahmen der Studenten in der Bundesrepublik analysiert und nach Wohnort aufschlüsselt - denn die Lebenshaltungskosten sind von Stadt zu Stadt sehr unterschiedlich. Auch die Mietspiegel der jeweiligen Stadt sind hilfreich, ebenso die Websites der Hochschulen, die Auskunft über die Höhe der Studiengebühren und der Semesterbeiträge geben.

Das meiste Geld pro Monat geben Studenten der Sozialerhebung zufolge für Miete (durchschnittlich 298 Euro) und Essen (165 Euro) aus. Die Fahrt zur Uni oder nach Hause zu den Eltern schlägt mit 82 Euro zu Buche, weitere Ausgabeposten sind Freizeit (68 Euro), Krankenversicherung und Arztkosten (66 Euro) und Kleidung (52 Euro). Telefon, Internet und Fernsehen kosten den durchschnittlichen Studenten 33 Euro im Monat, Bücher und Lernmittel 30 Euro. An privaten Hochschulen fallen außerdem oft Studiengebühren an, die bis zu mehreren tausend Euro pro Semester betragen können.

Die Bandbreite der Ausgaben ist enorm

Den durchschnittlichen Ausgaben von 794 Euro (ohne Studiengebühren) stehen laut Sozialerhebung Einnahmen von 864 Euro gegenüber. Der Löwenanteil davon kommt mit etwa der Hälfte von den Eltern, die zweitwichtigste Geldquelle ist der Nebenjob und schließlich das Bafög. Andere Finanzierungsmöglichkeiten wie Studienkredite oder Stipendien spielen nur eine untergeordnete Rolle.

Diese Zahlen vermitteln einen Eindruck davon, wie und wovon Studenten leben. Sie sind aber nur Durchschnittswerte, in der Realität ist die Bandbreite studentischen Lebens enorm: Laut Sozialerhebung reichen die Mietausgaben beispielsweise von weniger als 100 Euro bis zu mehr als 500 Euro je nach Stadt und Wohnform. Bei den Kosten für die Ernährung kommen manche mit weniger als 40 Euro im Monat aus, andere geben mehr als 300 Euro aus.

Abhängig vom familiären Hintergrund und der Möglichkeit, selbst etwas dazu zu verdienen, lebt ein - wenn auch kleiner - Teil der deutschen Studenten auch von weniger als 400 Euro im Monat, während andere mehr als 1300 Euro zur Verfügung haben.

Um einen eigenen Finanzplan zu erstellen, müssen Studenten also überschlagen, wie viel Bafög sie bekommen, wie viel Geld ihnen ihre Eltern geben können und wie viel sie möglicherweise selbst dazu verdienen können oder müssen.An Hand der Durchschnittswerte am gewünschten Studienort können sie dann überschlagen, ob und wie sie mit ihrem Geld auskommen.

Aber selbst wenn es eng wird, ist das kein Grund zur Panik. Die Bandbreite in der Sozialerhebung ist auch deshalb so groß, weil es viele Ansatzpunkte gibt, um mit den eigenen Einnahmen und Ausgaben zurechtzukommen. Nicht nur zahlreiche Ermäßigungen für Studenten, sondern der eigene Alltag bieten genügend Möglichkeiten, die Kosten zu reduzieren.

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