Würzburger Panthers Kein Auswärtsspiel für Asylbewerber

Senegalese Madiama Diop ist Führungsspieler den Würzburger Panthers - zum Auswärtsspiel nach Bamberg darf der Football-Spieler aber nicht fahren. Die Regierung von Mittelfranken will keine Ausnahmegenehmigung erteilen - mit einer eigenwilligen Begründung.

Für Empörung sorgt der Fall des Würzburger Asylbewerbers und Football-Spielers Madiama Diop, der nicht zu Auswärtsspielen seiner Mannschaft mitfahren darf, weil dies angeblich gegen die Residenzpflicht verstoßen würde. Diop gilt als einer der Führungsspieler bei den Würzburger Panthers, bei einem Auswärtsspiel in Bamberg hatte das Team aber auf ihn verzichten müssen.

Die für ihn zuständige Regierung von Mittelfranken hatte eine Ausnahmegenehmigung mit der Begründung abgelehnt, beim American Football liege der Schwerpunkt auf dem Freizeitwert der Veranstaltung, eine unbillige Härte insofern nicht vor. Der Würzburger SPD-Abgeordnete und frühere Oberbürgermeister, Georg Rosenthal, kritisiert dies scharf: Ein Asylbewerber dürfe sich offenbar nicht mal in seiner Freizeit vergnügen, dies sei "die Maske der Unmenschlichkeit". Verantwortlich dafür sei die Politik der Staatsregierung, die an der Residenzpflicht für Flüchtlinge festhalte.

Im Freistaat dürfen Asylbewerber ihren Regierungsbezirk nicht ohne Ausnahmegenehmigung verlassen. Die Residenzpflicht gibt es in dieser strengen Form nur in Bayern und in Sachsen, sie wird immer wieder kritisiert, weil sie Integration verhindere und etwa die Teilnahme am Vereinsleben einschränke. In Würzburg hat der Fall des Senegalesen eine Welle der Solidarität ausgelöst. Weil der Spieler normalerweise die Nummer 45 trägt, haben die Panthers auf ihrer Facebook-Seite zahlreiche Fotos von Spielern, Trainern und Zuschauern veröffentlicht, die ein Trikot mit der Nummer 45 in die Höhe halten.

Diop ist seit eineinhalb Jahren in Deutschland, für den Würzburger Verein spielt er seit vier Monaten. Bei der Zentralen Rückführungsstelle hatten Vereinsverantwortliche um eine Ausnahmegenehmigung gebeten - vergeblich. Der 29-Jährige dürfe ausschließlich an Heimspielen teilnehmen. In dieser Angelegenheit gebe es "derzeit keinen neuen Sachstand", teilt die zuständige Regierung von Mittelfranken am Montag mit. Man sei an die Rechstlage gebunden.