Würzburg Unterfranken müssen Wasser abkochen

Die Einwohner mehrerer Gemeinden nordwestlich von Würzburg müssen ihr Leitungswasser noch bis Ende der Woche abkochen, bevor sie es trinken, zum Abwaschen oder Zähneputzen verwenden. Das gab das Würzburger Gesundheitsamt am Dienstagabend bekannt. Das Erhitzen soll die Enterokokken töten, die am 14. September bei einer Routineprobe im Wasserspeicher Zellingen nachgewiesen wurden. Und die seitdem Unmut hervorrufen bei den Betroffenen, anfangs knapp 50 000 Menschen in 13 Gemeinden.

Die Erreger können etwa Durchfall und Übelkeit verursachen. Der zuständige Zweckverband Fernwasserversorgung Mittelmain (FWM) hat inzwischen Chlor ins Leitungswasser gemischt, der Stoff soll die Keime beseitigen. Weil das Zeit braucht, bleibt den Betroffenen vorerst nur, ihr Wasser vor dem Gebrauch zu kochen. Das ist aufwendig. Noch mehr stört viele jedoch, dass der FWM nur unzulänglich über das Problem informiert habe. In der Lokalzeitung warfen sie dem Betreiber unter anderem Verschleierung vor. Am 14. September, als die Verunreinigung des Wassers erkannt worden war, habe man eine E-Mail versandt, sagte Landrat Eberhard Nuß kürzlich der Mainpost. Er räumte aber auch Fehler ein: "Die Erfüllung der gesetzlichen Informationspflicht reicht nicht aus." Nuß, der auch Verbandsvorsitzender des FWM ist, sprach von einem "Defizit zwischen Senden und Empfangen".