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Würzburg:Mozartschule soll bleiben

Würzburger stimmen gegen Abriss des Fünfzigerjahre-Baus

Im Casa Prima haben Jörg Töppner und seine Mitstreiter gefeiert, gegenüber der Mozartschule. Das habe er angemessen gefunden, sagt Töppner, um die ehemalige Schule ging es schließlich im Bürgerentscheid, den seine Initiative angeregt hatte, weil sie den Bau aus den Fünfzigerjahren erhalten will. Und die Würzburger wollen das auch. 10 452 Wahlberechtigte stimmten für den Erhalt, das sind knapp 200 Stimmen mehr, als für das Quorum nötig waren. Das Ratsbegehren, in dem sich der Stadtrat für den Verkauf des Areals an einen Investor und mindestens für den Teil- oder auch kompletten Abriss der Mozartschule ausgesprochen hatte, erreichte nicht die notwendige Stimmenzahl. 9435 Würzburger stimmten diesen Plänen zu. Weil das Ratsbegehren am Quorum scheiterte, war die Stichfrage unnötig, die bei Gleichstand hätte entscheiden sollen.

Oberbürgermeister Christian Schuchardt wollte am Montag nicht von einer Niederlage sprechen. Er hatte sich für den Abriss der Schule ausgesprochen. Ein Investor sollte dort Wohnungen, Hotels, Geschäftsflächen und eine Tiefgarage bauen. Die Pläne sind nun gestoppt. Es gebe in der Stadt offenbar eine große "Identifikation mit dem Objekt", sagt er. Gleichzeitig ist er überzeugt, dass er die Mehrheit von einer neuen Bebauung des Areals hätte überzeugen können - wenn der Entscheid später stattgefunden hätte. Denn noch habe es keinen Architekturwettbewerb gegeben, sodass die Leute eine diffuse Angst vor zu massiven Neubauten auf dem Areal gehabt hätten. Wie es nun weitergeht, lässt Schuchardt offen. Die Bürgerinitiative habe kein Nutzungskonzept vorgelegt, sagt er. Für Bildung und Kultur wollten Töppner und seine Mitstreiter die Schule nutzen. Der Oberbürgermeister macht klar, dass dies zum finanziellen Problem für Würzburg werden könnte. Ein Verkauf hätte Geld gebracht, die Sanierung des denkmalgeschützten Baus ist teuer. Was daraus wird? "Es war eine Schule, es ist eine Schule und es wird wohl im Wesentlichen eine Schule bleiben", sagt er.