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Würzburg:Kirche sucht Kontakt zu betroffenen Familien

Mehr als ein Jahr nach Bekanntwerden des Missbrauchsskandals in einer Würzburger Kita will die evangelische Kirche als Träger auf die betroffenen Familien zugehen. "Wir wollen gemeinsam mit den Familien überlegen, wie wir ihnen individuell helfen können", sagte der Würzburger Dekan Wenrich Slenczka am Montag. "Das kann ein Gespräch sein, das kann eine Therapie sein oder auch Materielles." Ein Logopäde der kirchlichen Einrichtung soll mehrere Jungen mit Behinderung über Jahre hinweg schwer sexuell missbraucht haben. Das Landgericht Würzburg hatte den Mann Ende Mai zu einer Haftstrafe von mehr als elf Jahren und einem lebenslangen Berufsverbot für die Behandlung von minderjährigen Buben verurteilt. Der Verteidiger legte Revision ein. Der Fall zählt zu den schlimmsten bekannten Missbrauchsdelikten in Bayern. Mit den Familien in Kontakt zu kommen, sei gar nicht so leicht. Ihre Anonymität müsse gewahrt bleiben, so der Dekan.

© SZ vom 05.08.2020 / dpa

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