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Ude erweitert Beraterteam:Ehemaliger Asylbewerber wird Integrationsexperte

Mahmoud Al-Khatib hat als Kind acht Jahre in einer bayerischen Asylbewerberunterkunft verbracht, seitdem hat der gebürtige Libanese eine Traumkarriere hingelegt. Jetzt unterstützt er SPD-Spitzenkandidat Christian Ude als Experte für Integrationspolitik.

Ude stellt ein Mitglied  seines Beraterteams vor

Christian Ude stellt ein neues Mitglied seines Beraterteams vor: Der ehemalige Asylbewerber Mahmoud Al-Khatib hat in Bayern eine Traumkarriere hingelegt und ist nun Integrationsexperte in Udes Team.

(Foto: dpa)

SPD-Spitzenkandidat Christian Ude hat einen ehemaligen Asylbewerber mit Vorzeigekarriere als Integrationsexperten für sein Wahlkampfteam angeheuert. Der gebürtige Libanese Mahmoud Al-Khatib war im Alter von drei Jahren mit seiner Familie als Bürgerkriegsflüchtling nach Deutschland gekommen und lebte acht Jahre in einer Asylbewerberunterkunft in Neuburg an der Donau. Nach seinem Jurastudium arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt, ehe er Abteilungsleiter für Soziales am Landratsamt in Neuburg-Schrobenhausen wurde. Mittlerweile ist der 38-Jährige Personalchef der Universität Regensburg.

"Ein richtiger Glücksfall für die Bayern-SPD", sagte Ude am Montag bei der offiziellen Vorstellung Al-Khatibs in München. Einen hochkarätigeren Experten, der am eigenen Leib den Umgang mit Asylbewerbern in Bayern erlebt habe, könne es nicht geben. Neben dem Integrationsexperten hat Ude bereits zwei weitere Posten verteilt. Um die Netzpolitik kümmert sich die 27 Jahre alte Informatikerin Doris Aschenbrenner, wirtschaftspolitischer Berater ist der ehemalige Audi-Vorstand Werner Widucke

Abgesehen von seinen Aktivitäten in Udes Wahlkampfteam nimmt es Al-Khatib auch direkt mit Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) auf: Er wird nach Udes Angaben im neuen Landtagsstimmkreis Neuburg Seehofers Gegenkandidat.

"Die CSU gewinnt Umfragen, wir die Wahlen"

Dass die CSU nach neuesten Umfragen vor der bayerischen SPD liegt, sieht Ude gelassen: "Wir haben seit Monaten die Arbeitsteilung, dass die CSU bei den Umfragen gewinnt und wir bei den realen Wahlen. Und das macht mir sehr viel Vergnügen." Er verwies dabei auf die jüngsten Erfolge der bayerischen SPD bei Bürgermeister- und Landratswahlen. Die CSU dürfe ruhig noch ein paar Umfragen gewinnen. "Umso lustiger wird der Wahlabend", betonte der Münchner Oberbürgermeister.

Eine am Sonntag veröffentlichte Emnid-Umfrage sieht die CSU derzeit bei 48 Prozent, ein mögliches Bündnis aus SPD, Grünen und Freien Wählern zusammen nur bei 39 Prozent. Die FDP und die Piratenpartei würden an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.