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Traunstein:Mordversuch an Patienten und Pflegern

Ein 50-jähriger Mann aus dem Raum Rosenheim muss wegen Mordversuchs in 28 Fällen auf unbestimmte Zeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht werden. Dies hat das Landgericht Traunstein nach eintägiger Verhandlung am Dienstag beschlossen. Der Mann hatte im November 2019 einen Brandanschlag auf eine mit 26 Patienten und zwei Pflegern besetzte geschlossene Abteilung des Inn-Salzach-Klinikums in Wasserburg verübt, indem er dort klingelte und den öffnenden Pfleger aus einem Kanister mit Benzin übergoss. Der Pfleger rettete sich in einen anderen Raum, der Täter goss den Rest des Benzins auf den Boden und zündete ihn an. Das heftig aufflammende Feuer wurde schnell gelöscht, der Mann stellte sich später der Polizei. Er leidet laut Gutachten seit langer Zeit unter einer schweren psychischen Erkrankung und saß viele Jahre selbst im Inn-Salzach-Klinikum ein - auch wegen eines ganz ähnlichen Anschlags 2008, als er das Benzin aber nicht anzünden konnte. Das Gericht folgte am Dienstag dem Antrag der Staatsanwaltschaft, der Verteidiger verzichtete auf eine Forderung sowie auf Rechtsmittel.

© SZ vom 06.05.2020 / kpf

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