Sulzbach-Rosenberg Lebensretter gesucht

Ein junger Mann hat einem Mittsechziger in einer Garage das Leben gerettet. Danach ist er verschwunden.

Von Andreas Glas

Der Held der Woche ist diesmal ein Held ohne Namen. Seinen Auftritt hatte der junge Mann am Montag, als ein Mittsechziger in einer Garage in Sulzbach-Rosenberg zusammenbrach. Kammerflimmern, Lebensgefahr. Der Held kam zufällig vorbei, lief in die Garage, stützte beide Hände auf den Brustkorb des Mittsechzigers und begann mit der Herzdruckmassage. "Er hat einen großen Anteil am Überleben des Patienten", sagt Notarzt Sven Mörk, der etwas später eintraf, per Elektroschock den Herzschlag des Mittsechzigers wieder in Normaltakt brachte und ihn zusammen mit dem Fahrer des Notarztwagens ins Krankenhaus einlieferte.

Es war ein Notfall, es musste schnell gehen, "kein Mensch hat dran gedacht, den Jungen zu fragen, wie er heißt", sagt Mörk. Zwei Tage lang habe ihn die Sache umgetrieben. Zwei Tage lang habe er "den inneren Wunsch" verspürt, "ihm zu sagen: alles richtig gemacht!" Aber wie? Ohne Namen, ohne Adresse. Also schrieb Mörk am Mittwoch einen Aufruf per Facebook. Ein "Lebensretter" werde gesucht, "geschätzt 15 Jahre alt, schwarz gekleidet".

Am Freitagnachmittag war der Held immer noch nicht gefunden. Aber es gab Hinweise auf einen 18-jährigen Gymnasiasten. Bei der Ersten Hilfe sei es oft so, dass die Menschen "Angst haben, etwas falsch zu machen" und deswegen gar keine Hilfe leisteten, sagt Mörk. Es sei "unglaublich selten" und "so erfrischend", dass hier einer mutig gewesen sei und gehandelt habe. Dafür, sagt der Notarzt, wolle er dem Helden von Sulzbach-Rosenberg persönlich "Hochachtung aussprechen" - sobald er seinen Namen kennt.

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