Steigende Unfallzahlen:Innenminister ermahnt E-Biker

Radfahrer unterschätzen häufig die Dynamik von Pedelecs

Die Zahl der verletzten Pedelecfahrer in Bayern ist im vergangenen Jahr um mehr als 50 Prozent auf 2914 gestiegen. Außerdem seien fast ein Drittel der 70 Radfahrer, die vergangenes Jahr auf Bayerns Straßen ums Leben gekommen sind, mit dem E-Bike unterwegs gewesen, teilte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) bei einer Kontrollaktion der mittelfränkischen Polizei am Freitag in Nürnberg mit.

Die häufigsten Unfallursachen seien "Geisterradeln", also entgegen der Fahrtrichtung, zu hohe Geschwindigkeit und das Fahren unter Alkoholeinfluss. "Gerade an die Pedelecfahrer möchte ich daher appellieren, besondere Sorgfalt im Straßenverkehr walten zu lassen und die Geschwindigkeit und damit verbundenen Gefahren nicht zu unterschätzen", warnte Herrmann. Dem Zentrum für Technik der Versicherungsgruppe Allianz zufolge unterschätzen Radfahrer immer wieder die Fahrdynamik der E-Räder. Herrmann rät deshalb dringend zum Tragen von Radhelmen: "Auffällig war, dass etwa jeder dritte Radfahrer keinen Helm trug." Den Statistiken zufolge wurden 2020 in Bayern 18 006 Radfahrer verletzt - im Jahr zuvor waren es mehr als 16 210. Die Zahl der Verkehrsunfälle mit Beteiligung von Radfahrern im ersten Halbjahr 2021 sei jedoch um rund 15 Prozent auf 7000 zurückgegangen. Die Zahl der getöteten von 27 auf 23.

Um den vielen Radlern auf Augenhöhe zu begegnen, forciert die bayerische Polizei den Einsatz von Fahrradstreifen. Dazu wurden in den vergangenen Jahren neue Dienstfahrräder, -Pedelecs und -E-Bikes beschafft. "Außerdem haben wir im vergangenen Jahr unsere rund 600 Polizistinnen und Polizisten, die als Fahrradstreifen und Verkehrserzieher unterwegs sind, mit einer neuen und hochfunktionalen Radl-Uniform ausgestattet", so Herrmann. Die rund 200 000 Euro dafür seien "gut investiert".

© SZ vom 21.08.2021 / dpa, SZ
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