Salmonellen-Skandal Ex-Bayern-Ei-Chef muss im Herbst vor Gericht

Der Ex-Geschäftsführer der Firma Bayern-Ei, Stephan Pohlmann, muss sich von 30. September an vor dem Landgericht Regensburg für den Salmonellenskandal um sein Unternehmen verantworten. Für die Verhandlung sind 30 Tage und 13 Reservetermine festgesetzt. Das Urteil soll am 27. März 2020 verkündet werden. Die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen Pohlmann lauten unter anderem Körperverletzung mit Todesfolge, gewerbsmäßiger Betrug sowie diverse Verstöße gegen das Lebensmittel- und Tierschutzrecht. Der Geschäftsmann soll 2014 als Inhaber des Bayern-Ei-Betriebs in Aiterhofen (Landkreis Straubing-Bogen) Eier mit der Kennzeichnung Güteklasse A ausliefern haben lassen, obwohl in den Produktionsstätten Salmonellen nachgewiesen worden waren. Dadurch sollen mindestens 187 Menschen in Deutschland, Österreich und Frankreich an Salmonellen erkrankt sein. Einer soll an der Infektion gestorben sein. Pohlmanns Geschäftspartner bezahlten laut Anklage für die nahezu wertlose Ware fünf Millionen Euro. In dem Prozess dürfte es wesentlich auch um die Frage gehen, ob der Todesfall, den die Staatsanwaltschaft Pohlmann vorwirft, tatsächlich durch Salmonellen aus dessen Betrieb verursacht worden ist. Die Frage konnte bisher nicht geklärt werden, obwohl das Landgericht Regensburg bereits für die Zulassung der Anklage ein Gutachten in Auftrag gegeben hatte.