bedeckt München 24°
vgwortpixel

Pelzig unterhält sich mit Priol:"Defektes Franken-Gen? Sarrazin fragen"

Die Kabarettisten Priol und Barwasser denken über ihre Abstammung nach, über Frau Merkel - und Herrn Viel zu sehr zu Guttenberg.

Der Aschaffenburger Urban Priol, 49, und der Würzburger Frank-Markus Barwasser, 50, sitzen gerade auf einem unterfränkischen Gutshof in Klausur - am 19. Oktober wird die Figur Erwin Pelzig in Priols ZDF-"Anstalt'" einziehen. Roman Deininger und Olaf Przybilla haben die beiden bei der Arbeit besucht.

Pressekonferenz zu 'Neues aus der Anstalt'

Am Dienstag, 19. Oktober, wird die Politsatire "Neues aus der Anstalt" mit Frank-Markus Barwasser (alias Erwin Pelzig) und Anstaltsleiter Urban Priol wieder im ZDF ausgestrahlt.

(Foto: dpa)

Süddeutsche Zeitung: Pelzig ist Talkmaster, Theaterfigur, Kinoheld. Jetzt zieht er in eine fiktive Irrenanstalt ein. Hält eine Kunstfigur das aus?

Frank-Markus Barwasser: Als ,,Pelzig unterhält sich'' losging, haben mir Fernsehleute gesagt, dass das nie funktionieren kann. Es ging dann doch. Ich habe den Pelzig nie genau definiert, was seine Biographie angeht. Dadurch ist offenbar vieles möglich.

SZ: Wie schaffen Sie es, dass sich ein Horst Seehofer bei Ihnen viel mehr gehen lässt, als er es vermutlich will?

Barwasser: Vielleicht will er es ja auch. Ich rätsele da manchmal selbst.

Urban Priol: Ich glaube, dass die hohen Herren bei Pelzig denken: Der will ja nur spielen. Wenn Sie den Seehofer in Schlips und Anzug fragen: Können Sie zu diesem oder jenem Phänomen Stellung nehmen, dann spult der sein vorgestanztes Zeug ab. Wenn er aber glaubt, er könne nun privat sein, kann man ganz andere Sachen aus ihm rauskitzeln. Widersprich mir, Frank-Markus, wenn ich das falsch sehe.

SZ: Pelzig soll als Mann für Öffentlichkeitsarbeit in Priols Anstalt einziehen. Sollten Sie die Rollenverteilung überdenken?

Priol: Ich rede immer drauflos, das ist so mein Schicksal.

Barwasser: Da haben wir schon den ersten Grundkonflikt: Dass du überfallartig irgendwelche Sachen sagst, wo ich ganz grundsätzlich am Überlegen bin: Wie könnte man das jetzt mal sagen?

SZ: Ihr Wechsel, Herr Barwasser, vom BR zum ZDF war ein Politikum.

Barwasser: Gut, ich hätte mich auch gewundert, wenn die nach fast 20 Jahren BR-Mitarbeit sagen: Ist uns doch egal, wenn der wechselt. Aber klar war: ARD und ZDF - beides geht nicht. Ich wollte in der ,,Anstalt'' mitwirken und meine Sendung ,,Pelzig unterhält sich'' weitermachen, im bundesweiten Programm und möglichst zu einer früheren Sendezeit als bisher. Die einzige Lösung, das zu kombinieren, war der Wechsel.

SZ: Dürfen Sie, Herr Priol, weiterhin den Jahresrückblick im BR machen - trotz unschicklicher Barwasser-Abwerbung?

Priol: Den Jahresrückblick gibt es in diesem Jahr auf jeden Fall noch. Sollte ich ihn 2011 nicht mehr machen wollen, dann ist das meine Entscheidung.

SZ: So tief sind die Gräben also nicht.

Priol: Ich habe das ganze Gezerre um Frank-Markus sowieso nie verstanden. Vom BR hätte ich eher die Haltung erwartet: Mensch, unser Barwasser - jetzt geht er auch noch zum ZDF. Aber da bin ich wohl zu naiv. Dieses Gerangel hinter den Kulissen ist mir völlig wesensfremd.