Pegnitz Mehr Wölfe als gedacht

Im Rudel im Veldensteiner Forst könnten vier Jungtiere sein

Von Christian Sebald, Pegnitz

Das Wolfsrudel im Veldensteiner Forst ist wahrscheinlich größer als angenommen. Bislang sind die Förster in dem weitläufigen, abgelegenen Waldgebiet südlich von Bayreuth davon ausgegangen, dass die beiden Elterntiere dieses Frühjahr zwei Junge bekommen haben. Seit kurzem kursieren in der Region ein Foto und eine Filmsequenz, auf dem sechs wolfsähnliche Tiere zu sehen sind. Das Foto ist allerdings so unscharf, dass sich noch kein Experte darauf festlegen wollte, dass es wirklich das Rudel zeigt. Die Filmsequenz, die sehr viel deutlicher sein soll, konnte noch nicht ausgewertet werden. Aber gleich ob das Rudel nun vier oder sechs Wölfe zählt: Es verhält sich weiter extrem unauffällig.

Zwar bekommen vor allem Förster und Jäger die Raubtiere hin und wieder zu Gesicht. Frank Pirner, der Chef des Staatsforstbetriebs Pegnitz, hat unlängst zweimal welche beobachtet, als sie gerade über eine Forststraße schlappten. "Das war natürlich sehr spannend", sagt er. Auch stoßen Jäger immer mal wieder auf die Kadaverreste von einem Hirsch, den das Rudel gerissen hat. Aber sonst ist es völlig ruhig um das Rudel. So haben die Veldensteiner Wölfe bislang weder Schafe gerissen, noch Rinder oder andere Nutztiere angegriffen - zumindest ist kein Fall dokumentiert. Auch von Ängsten in der Bevölkerung, dass das Rudel eine Gefahr für Spaziergänger oder Freizeitsportler sein könnte, ist nichts bekannt. Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hat unterdessen die Staatsregierung aufgefordert, in Wolfsgebieten wie dem Veldensteiner Forst die neuen Spielräume der EU für die Förderung von Herdenschutzmaßnahmen und Ersatzzahlungen bei Nutztier-Rissen voll auszuschöpfen. Bislang konnte die Staatsregierung laut EU-Recht 80 Prozent der jeweiligen Kosten übernehmen. Kürzlich beschloss die EU-Kommission, dass Mitgliedsstaaten diese Kosten voll finanzieren können. "Es führt kein Weg daran vorbei", sagt Andreas von Lindeiner vom LBV. "Guter Herdenschutz ist das A und O in Wolfsregionen, der Staat muss ihn entsprechend fördern."