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Passionsspiele 2020:Oberammergauer reisen nach Israel

Mit einer Reise nach Israel starten die Hauptdarsteller der Oberammergauer Passionsspiele in die Vorbereitungsphase für die Premiere im Mai 2020. Von diesem Samstag an wollen Darsteller und Spielleiter Christian Stückl an historischen Orten der Geschichte näher kommen. "Religion ist oft ganz weit weg", sagt Stückl. "Wenn man das in der Probe, im Probenraum diskutiert, man kommt einfach nicht vorwärts", findet der 57-Jährige, der das Schauspiel vom Leiden, Sterben und der Auferstehung Jesus' zum vierten Mal inszeniert. "Wenn man an einem Ort ist, an dem das passiert ist, dann fängt man an darüber zu reden, was da passiert ist. Es entsteht eine ganz andere Diskussion." Bereits bei vorangegangenen Passionsspielen hatte Stückl die Hauptdarsteller mit einer Reise ins Heilige Land auf die Proben eingestimmt. Geplant ist unter anderem ein Treffen mit einem Rabbiner, um die jüdische Seite besser zu verstehen. "Was heißt das, wenn Jesus Rabbi war?" Ebenso sei eine Zusammenkunft mit einem Shoa-Überlebenden geplant, "weil wir eine Geschichte mit uns herumtragen, dass das Passionsspiel zeitweise Antisemitismus mit verbreitet hat", sagt Stückl. Auch die Palästinenserfrage soll betrachtet werden. Die Gruppe will Nazareth und den See Genezareth besuchen, ebenso die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem und die Heiligen Stätten in Jerusalem wie den Tempelberg und den Friedhof am Ölberg. Ende November beginnen die Proben. Bis zur Premiere im Mai 2020 haben die Hauptdarsteller ein streng getaktetes Programm: Fast jeden Abend und fast jedes Wochenende wird geprobt. Die 42 Darsteller für die 21 doppelt besetzten Hauptrollen bekommen Unterricht; auch die 120 Chormitglieder werden stimmlich geschult. Kurz vor der Premiere können erstmals Jugendliche aus Deutschland, Österreich und der Schweiz bei Probevorstellungen dabei sein.