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Öffentlicher Nahverkehr:Mit einem Ticket durch halb Unterfranken

Der Kiliansdom liegt an der Stammstrecke der Würzburger Straba.

(Foto: Imago)

Verkehrsverbund Mainfranken expandiert und vereint Würzburg, Schweinfurt, Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld

Erst mit der Trambahn zum Würzburger Hauptbahnhof fahren, dort in den Zug nach Schweinfurt umsteigen und schließlich für die letzten paar Kilometer den Bus nehmen: Künftig soll das mit nur einem Ticket möglich sein. Denn der öffentliche Nahverkehr im Großraum Würzburg wird mit dem in Schweinfurt und Umgebung zusammengelegt. Der Fusion sind lange Diskussionen und einige gescheiterte Anläufe vorausgegangen. Zum 1. Januar 2018 soll der Verkehrsverbund Mainfranken nun tatsächlich um die Stadt Schweinfurt, den Landkreis sowie die Landkreise Bad Kissingen, Haßberge und Rhön-Grabfeld erweitert werden.

Ziel sind neben einer gemeinsamen Fahrkarte auch abgestimmte Fahrpläne. Bis es tatsächlich so weit ist, wird es allerdings noch eine Weile dauern. Denn die Details - wie werden beispielsweise die Kosten und die Einnahmen aus den Tickets umgelegt, wie sehen die Tarifzonen aus - sind längst nicht geklärt. Zunächst werden die beteiligten Oberbürgermeister und Landräte am Montag kommender Woche im Würzburger Rathaus einen Vertrag unterschreiben, um ein gemeinsames organisatorisches Dach zu gründen: die Aufgabenträgergesellschaft Nahverkehr Mainfranken GmbH (NVM). Diese Gesellschaft wird die Schnittstelle zwischen den Städten und Landkreisen auf der einen Seite und den Verkehrsunternehmen auf der anderen sein - von der Deutschen Bahn bis zum regionalen Busunternehmen. Münchner kennen solch eine Konstruktion als MVV, Nürnberger als VGN.

Weil die bisherige Aufgabenträgergesellschaft des Würzburger Verkehrsverbundes strukturell nicht für die geplante Vergrößerung geeignet ist, haben sich die Projektpartner für einen klaren Schnitt und Neuanfang entschieden. In der ersten Phase werden die Verkehrsunternehmen des alten Würzburger Verbundgebiets, zu dem neben Stadt und Landkreis Würzburg die Landkreise Kitzingen und Main-Spessart gehören, mit der neuen GmbH zusammenarbeiten. Erst in einem zweiten Schritt soll das Gebiet um die Region Main-Rhön erweitert werden. Abgeschlossen sein soll der Prozess am 1. August 2022.

Das Gebiet des mainfränkischen Verbunds wird sich dann mit dem Einzugsgebiet des Verkehrsverbunds Großraum Nürnberg überschneiden, da die Landkreise Haßberge und Kitzingen auch dem VGN angehören. Wie stark sich beide Kreise im neuen Konstrukt finanziell engagieren müssen, ist auch eine jener Fragen, die nach der Vertragsunterzeichnung geklärt werden müssen.

© SZ vom 07.12.2017
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