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Tödliche Schüsse in Nürnberg:Tatverdächtiger war Ehemann der erschossenen Frau

Zwei Menschen auf offener Straße in Nürnberg erschossen

Ein Polizist bewacht die Zufahrt zu einem Wohnviertel, indem auf offener Straße zwei Menschen zuvor erschossen worden. Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund lägen nicht vor.

(Foto: dpa)

Der 66-Jährige soll seine getrennt lebende Frau und einen 62-jährigen Taxifahrer auf offener Straße erschossen haben. Die Polizei nahm ihn in der Nähe des Tatorts fest.

Eine 63 Jahre alte Frau und ein 62 Jahre alter Mann sind am Samstag in Nürnberg mitten auf der Straße erschossen worden. "Alles deutet auf eine Beziehungstat hin", sagte Janine Mendel, Sprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Ein Tatverdächtiger ließ sich nach den Schüssen widerstandslos festnehmen. Bei dem 66 Jahre alten mutmaßlichen Schützen handelt es sich um den getrennt lebenden Ehemann der 63-Jährigen.

Die Polizei war gegen 10.45 Uhr von einem Zeugen alarmiert worden, weil in Gebersdorf, einem von Einfamilienhäusern geprägten Stadtteil im Nürnberger Südwesten, mehrere Schüsse gefallen waren. Einsatzkräfte einer Polizeiinspektion fanden die 63-Jährige leblos auf dem Boden liegend. In unmittelbarer Nähe wurde der 62-Jährige auf dem Fahrersitz eines geparkten Taxis gefunden, ebenfalls leblos.

Aufgrund der Gesamtumstände und der Aussage von Zeugen deute derzeit alles auf ein Motiv im privaten Bereich hin, erklärten Ermittler. Nach SZ-Informationen waren sowohl der mutmaßliche Schütze als auch die beiden Getöteten als Taxifahrer tätig. Die Ermittler gehen aber nicht davon aus, dass das Motiv für die Tat auch im geschäftlichen Bereich liegen könnte.

Nach Polizeiangaben war der Tatverdächtige nicht geflüchtet, sondern ließ sich in unmittelbarer Nähe zum Tatort festnehmen. In Tatortnähe wurde auch eine Schusswaffe gefunden. Wie der 66-Jährige in den Besitz einer Kurzwaffe gekommen sein könnte, darüber lägen den Ermittlern derzeit noch keine gesicherten Erkenntnisse vor, sagte die Polizeisprecherin.

Auch ein Spezialeinsatzkommando war am Samstagvormittag kurzzeitig im Einsatz, wurde aber nach der Festnahme des Tatverdächtigen wieder abgezogen. Ein Kriseninterventionsteam und ein Seelsorger betreuten nahe Angehörige, die zum Tatort geeilt waren. Die Umgebung des Tatorts in der Bibertstraße war bis Samstagabend abgesperrt, Mordkommission und Spurensicherung waren dort tätig. Die Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth hat Haftantrag wegen zweifachen Mordes gestellt, am Sonntag sollte der 66-Jährige dem Haftrichter vorgeführt werden.

© SZ vom 23.11.2020 / dpa, prz/amm
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