Nürnberg Nürnberg startet sensibles Projekt

Neue Stabsstelle soll Sanierung des Zeppelinareals begleiten

Die Stadt Nürnberg steht in den Startlöchern, um mit den Arbeiten zum Erhalt der Zeppelintribüne und des Zeppelinfelds auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände zu beginnen. Sie hat zum Jahresanfang im Kulturreferat, das für die Nutzung des Geländes und die geschichtliche Vermittlungsarbeit zuständig ist, eine neue Stabsstelle geschaffen. Diese soll das sensible Projekt nicht nur koordinieren, sondern auch durch Bildungsangebote begleiten und ein Konzept für die Zukunft erarbeiten, wenn die bisher abgezäunten Zuschauerränge und der "Goldene Saal" in der Haupttribüne für die Öffentlichkeit zugängig sein werden. Etwa 300 000 Besucher aus aller Welt besichtigen das Gelände nach Schätzungen der Stadt pro Jahr. Derzeit können sie viele Bereiche nicht betreten.

Noch kann Stabsstellenleiterin Annekatrin Fries keinen Termin nennen, an dem die Sanierung beginnt. Der Bund hat zwar im vergangenen Juli zugesagt, dass er sich mit 42 Millionen Euro an den mindestens 85 Millionen teuren Sicherungsmaßnahmen beteiligt. Noch wartet die Stadt aber auf die konkrete Finanzierungszusage des Freistaats. Erst wenn die vorliegt, können die Arbeiten ausgeschrieben werden. Die Stadt rechnet mit acht Jahren Bauzeit.

Der Nürnberger Stadtrat hat sich mehrmals einstimmig dafür ausgesprochen, den Nazi-Bau als Mahnmal zu erhalten. Trotzdem gibt es immer wieder öffentliche Diskussionen darüber, ob man so viel Geld ausgeben darf, um das Erbe der Nationalsozialisten zu erhalten. Kulturreferentin Julia Lehner (CSU) betont deshalb erneut: "Wir restaurieren und rekonstruieren nicht, sondern wir verhindern den baulichen Verfall." In einer Zeit, in der es kaum noch Zeitzeugen gibt, seien solche historischen Orte - aufklärend begleitet - wichtig. Bei der Haupttribüne geht es um die statische Sicherung, außerdem sollen Kalksteinplatten der bröckelnden Fassade ausgetauscht werden. Auf dem Feld selbst sollen die Zuschauerränge mit ihren 34 Toilettentürmen gesichert werden.