Nürnberg Afghane nicht abgeschoben

Der junge Afghane, der am Dienstag in Nürnberg von Spezialkräften in Gewahrsam genommen wurde, um ihn zum Flugzeug nach Leipzig zu bringen, ist vorerst nicht abgeschoben worden. Laut Flüchtlingsrat wird er derzeit in der psychiatrischen Station eines Krankenhauses betreut. Er sei schon länger depressiv. In die Klinik sei er direkt vom Flughafen Leipzig aus gebracht worden, nachdem das Innenministerium kurz vor Abflug der Maschine entschieden habe, ihn nicht ins Flugzeug zu setzen. Wegen des Großeinsatzes - der junge Mann hatte gedroht, sich etwas anzutun - bekam die geplante Abschiebung eine ungewöhnlich hohe Aufmerksamkeit. In Nürnberg protestierten am Abend mehrere Hundert Menschen. Sowohl Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth als auch die Abendrealschule, die der Afghane besucht, sollen sich beim Innenministerium für ihn eingesetzt haben.