Nachruf auf Paul-Werner Scheele Verfechter der Ökumene

Der verstorbene Paul-Walter Scheele wird in der Seminarkirche Sankt Michael in Würzburg aufgebahrt. Donnerstag und Freitag können sich Gläubige verabschieden.

(Foto: Markus Hauck/dpa)

Die katholische Kirche trauert um einen langjährigen Verfechter der Ökumene: Der ehemalige Würzburger Bischof Paul-Werner Scheele ist am Freitag im Alter von 91 Jahren gestorben. Das teilte das Bistum am Samstag mit. Der 2003 emeritierte Bischof war fast 25 Jahre lang oberster Kirchenmann in Würzburg. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, schrieb an den Würzburger Bischof Franz Jung: "Mit dem Bistum Würzburg trauere ich um einen treuen Diener, der im tiefen Glauben an den gnädigen Gott verstorben ist. Mit Paul-Werner Scheele geht ein großer Theologe, dem die Ökumene zutiefst am Herzen lag, ein Bischof und Menschenfreund von uns." Der gebürtige Sauerländer hatte sich schon in seiner Promotion mit der Einheit der Kirche beschäftigt, war später Vorsitzender der Ökumenekommission in der Deutschen Bischofskonferenz und gehörte dem Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen an. In den 70-er Jahren war Scheele Direktor des Paderborner Johann-Adam-Möhler-Instituts für Ökumenik.

Scheele wurde 1928 in Olpe in Nordrhein-Westfalen geboren. Nach dem Krieg studierte er in München und Paderborn Theologie und Philosophie, 1952 wurde er zum Priester geweiht. Zunächst arbeitete er als Religionslehrer und Seelsorger in Paderborn. Später promovierte er in Würzburg und hatte verschiedene Professuren inne. In den 70-er Jahren war Scheele Domprobst und Weihbischof in Paderborn. Mit 51 Jahren wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Würzburg ernannt. Der damalige bayerische Ministerpräsident Franz-Josef Strauß (CSU) vereidigte ihn. Scheele soll am 18. Mai in Würzburg beigesetzt werden. Das Pontifikalrequiem beginnt um 10.30 Uhr im Kiliansdom, danach ist die Bestattung in der Krypta geplant. Der Dom öffnet um 9 Uhr.