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Nach Katastrophe in Schneizlreuth:Ex-Bürgermeister wegen Brandes verurteilt

Das Amtsgericht im oberbayerischen Laufen hat den ehemaligen Bürgermeister der Gemeinde Schneizlreuth wegen der dortigen Brandkatastrophe vom Mai 2015 zu zehn Monaten Haft auf Bewährung verurteilt. Zusätzlich muss er eine vierstellige Summe als Bewährungsauflage zahlen. Bei dem nächtlichen Brand, einem der folgenschwersten in der jüngeren bayerischen Geschichte, sind sechs Menschen umgekommen, viele andere wurden teils schwer verletzt. Sie hatten in dem mehr als 450 Jahre alten und ab 1994 zum Event-Zentrum ausgebauten "Pfarrerbauernhof" ein Betriebsjubiläum gefeiert.

Den Outdoor-Veranstalter und Betreiber des Zentrums hat das Landgericht Traunstein schon 2016 zu drei Jahren Haft verurteilt, weil er sich selbst um elementare Brandschutz-Maßnahmen nicht gekümmert hat und über viele Jahre hinweg ohne jede Genehmigung unzählige Gäste auf dem Hof übernachten ließ. Wie sich während dieses Prozesses zeigte, hat im keine 200 Schritte entfernten Schneizlreuther Rathaus mindestens der Bürgermeister von diesen Zuständen gewusst und nichts dagegen unternommen. Laut einer Aktennotiz gab es 2007 sogar eine Absprache, wie die Zahl der Übernachtungen verschleiert werden sollte. Die Staatsanwaltschaft Traunstein hatte in der Folge auch den früheren Bürgermeister der fahrlässigen Tötung in sechs,und der fahrlässigen Körperverletzung in 18 Fällen angeklagt. Dazu kam eine Falschaussage vor Gericht. Das Landgericht gab den Fall an das untergeordnete Amtsgericht Laufen ab, wo er nun ohne öffentliche Hauptverhandlung per Strafbefehl erledigt wurde. Der frühere Bürgermeister hat den Strafbefehl akzeptiert, das Urteil ist rechtskräftig.

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