Landgericht Kempten Vater vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen

Zwei Jahre lang saß er in Haft, weil er seine älteste Tochter sexuell missbraucht haben soll. Nun hat das Landgericht Kempten den dreifachen Vater vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Es zweifelt an den Aussagen des angeblichen Opfers.

Weil er seine älteste Tochter über Jahre hinweg zum Geschlechtsverkehr genötigt haben soll, saß ein 47-Jähriger knapp zwei Jahre lang in Haft. Nun hat das Landgericht Kempten den dreifachen Vater am Freitag vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen. Der Mann aus Lindenberg im Landkreis Lindau war in erster Instanz zu zwölf Jahren Haft und anschließender Sicherungsverwahrung verurteilt worden.

Der Bundesgerichtshof hob das Urteil aber wegen eines Verfahrensfehlers auf. Eine andere Strafkammer des Kemptener Landgerichts sprach den Mann jetzt frei, da es Zweifel an den Aussagen des angeblichen Opfers hat. Die Schilderungen der Belastungszeugin seien "äußerst dürftig", zu pauschal und zum Teil auch widersprüchlich, sagte der Vorsitzende Richter am Freitag in der Urteilsbegründung. "Wenn wir Zweifel haben an der Täterschaft des Angeklagten, können wir keine Verurteilung aussprechen." Der Freigesprochenen nahm das Urteil regungslos entgegen.