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Kommunalwahl:Ausgezählt

Die Gemeinde Samerberg schließt als letzte die Stichwahl ab

Nachdem die Regensburger am Dienstagnachmittag erfahren hatten, dass sie zwei Tage zuvor Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) zu ihrer neuen Oberbürgermeisterin gewählt haben, stand der Landkreis Rosenheim bayernweit ziemlich alleine da mit dem weiterhin nicht einmal vorläufigen, sondern schlicht unvollständigen Ergebnis seiner Landratswahl. Denn die letzten vier der insgesamt 162 Briefwahlbezirke für die Stichwahl vom Sonntag wurden erst am Mittwoch ausgezählt. Diese vier fehlenden Bezirke waren die der kleinen Gemeinde Samerberg. Dort lagerten die Stimmzettel laut Bürgermeister Georg Huber bis Mittwochfrüh ungezählt im Rathaus-Tresor, weil wegen der Corona-Pandemie das Personal fürs Zählen fehlte.

Auf Wahlhelfer von außen wollte man im Samerberger Rathaus am Sonntag sowieso verzichten - anders bei der ersten Wahlrunde zwei Wochen zuvor, als unter anderem Bürgermeister Huber im Amt bestätigt wurde. Bei der Stichwahl ging es am Samerberg daher nur noch um den Posten des Rosenheimer Landrats. Man sei mit dem Landratsamt übereingekommen, nicht unbedingt sofort auszuzählen, sagt Huber. Denn von den ohnehin wenigen Leuten im Rathaus waren Huber zufolge die meisten in Quarantäne, weil sie entweder selbst infiziert waren oder mit den infizierten Kollegen Kontakt hatten. Erst am Mittwoch fanden sich im Rathaus wieder genug Menschen, um den Tresor zu öffnen und mit dem Auszählen zu beginnen.

Daran, dass der bisherige CSU-Landtagsabgeordnete Otto Lederer neuer Landrat wird, konnten die wenigen Samerberger Stimmen schon rein rechnerisch nichts ändern. Zu deutlich war seine Mehrheit bereits am Sonntag, mit Samerberg betrug sie dann 68,8 Prozent. Im Landtag wird er Platz für Ludwig Spaenle machen. Der Antisemitismusbeauftragte der Staatsregierung und einstige Kultusminister kehrt als Nachrücker über die Oberbayernliste CSU in den Landtag zurück.

© SZ vom 02.04.2020 / kpf

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