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Unterfranken:Fünfjähriges Mädchen von Felsbrocken erschlagen

Die Gesteinsbrocken lösten sich an einer fast senkrechten, acht Meter hohen Lehmwand: Bei einem Ausflug mit ihrer Kindergartengruppe ist eine Fünfjährige tödlich verletzt worden. Jetzt prüfen Experten die Steilwand.

Bei einem Kindergarten-Ausflug nahe dem unterfränkischen Großostheim (Landkreis Aschaffenburg) ist ein fünfjähriges Mädchen von einem Felsbrocken erschlagen worden. Jetzt hat eine Geologin die Steilwand überprüft.

Noch am Abend sei sie an der Unfallstelle gewesen für ein Gutachten, sagte ein Sprecher der Polizei. Die Eltern würden von Notfallseelsorgern betreut. Näheres wollten Polizei und Gemeinde am Freitagvormittag im örtlichen Rathaus mitteilen.

Das Mädchen war am Donnerstag beim Spielen während der sogenannten Waldwoche des Kindergartens von dem herabstürzenden Felsbrocken getroffen worden und kurze Zeit später in einem Krankenhaus gestorben. Mehrere der 21 Kinder der Gruppe mussten das tragische Unglück mit ansehen. Sie wurden umgehend in den Kindergarten zurückgebracht und dort von den Eltern abgeholt.

Ein ökumenisches Kriseninterventionsteam kümmerte sich auch um die beiden Erzieherinnen. Am Freitag sollte der Kindergarten trotz des Unglücksfalles wieder öffnen.

Die Gesteinsbrocken hatten sich nach ersten Angaben an einer fast senkrechten, bis zu acht Meter hohen Lehmwand gelöst. Die Behörden schlossen umgehend den Wanderweg in der Nähe einer Pferdeklinik. Die Kripo will nun zusammen mit der Staatsanwaltschaft und der Gutachterin herausfinden, warum sich das Gestein gelockert hat.

Auf dem Gemeindegebiet Großostheim gibt es mehrere Hohlwege mit Steilwänden - insgesamt etwa 32 Kilometer. Der Unglücksweg sei erst im April dieses Jahres abgelaufen worden, sagte Alexander Schaad von der Gemeinde. "Wir hatten im Vorfeld keinerlei Erkenntnisse, dass von dieser Wand eine besondere Gefahr ausgeht."