bedeckt München 15°
vgwortpixel

ICE-Verbindung München-Augsburg:Pannen-Trasse bremst Pendler aus

Lückenschluß Bahnausbau Augsburg- München

Auf der Strecke zwischen Augsburg und München müssen Pendler mit Gleissperrungen und Verzögerungen rechnen.

(Foto: Stefan Puchner/dpa)

Die ICE-Strecke zwischen Augsburg und München gehört zu den meistbefahrenen in ganz Deutschland. Wegen Schäden am Lärmschutz kommt es in den kommenden Wochen zu Gleissperrungen und Verspätungen. Dabei war die Trasse erst vor zwei Jahren fertiggestellt worden.

Aus der ewigen Pannen-Baustelle wird lediglich zwei Jahre nach ihrer Fertigstellung jetzt eine Pannen-Trasse: Auf der Bahnstrecke Augsburg - München kommt es in den kommenden Wochen zu Gleissperrungen und Verspätungen.

Grund: An den Schallschutzwänden sind Schäden aufgetaucht, die untersucht und ausgebessert werden müssen. Zudem müssen die Züge auf der Hochgeschwindigkeitsstrecke aus Sicherheitsgründen bis auf weiteres von 230 Kilometern pro Stunde auf 160 herunterbremsen.

Die betroffene Trasse wurde erst im Dezember 2011 nach 13-jähriger Bauzeit in Betrieb genommen, der Ausbau kostete 700 Millionen Euro. In seinem Grußwort zur Eröffnung konnte sich der damalige Verkehrsminister Martin Zeil (FDP) einen süffisanten Hinweis auf die kuriose Vorgeschichte der Trasse nicht verkneifen: "Als 1998 mit den Ausbauarbeiten begonnen wurde, hätte niemand gedacht, dass die Inbetriebnahme der Strecke 13 Jahre auf sich warten lassen würde", sagte Zeil im Augsburger Hauptbahnhof.

Eine Ursache für diese überlange Bauzeit waren Probleme mit dem Unterbau. "So stieß man etwa beim Ausbau der Strecke ganz in der Nähe des Ortes Haspelmoor völlig überraschend auf sumpfigen Untergrund", spottete Zeil seinerzeit. Die Bahn musste damals nachbessern, dadurch wurde die Inbetriebnahme um ein Jahr verzögert. Zuvor hatte es bereits im Jahr 2004 erheblichen Ärger gegeben, weil die damalige Bundesregierung den begonnenen Bau aus Geldmangel wieder einstellen wollte.

Ein Sprecher der Deutschen Bahn bestätigt, dass bei einer Routinekontrolle an einer Lärmschutzwand in Augsburg-Hochzoll eine verrutschte Halterung entdeckt wurde. Dieser Schaden könnte die Stabilität beeinträchtigen, deshalb würden nun auf der Nordseite der Strecke sämtliche Wände zwischen Augsburg und Olching untersucht.

Diese Arbeiten dauern voraussichtlich bis Ende März an. Nach Aussage des Bahn-Sprechers wird das nördliche der zwei neuen Gleise zeitweise gesperrt - immer dann, wenn Personal auf der Innenseite der Wand tätig sei. Die Verspätungen betrügen maximal 15 Minuten.

Bei der Eröffnung der Strecke 2011 lobte Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU), der Ausbau "verbessert die Kapazität und Leistungsfähigkeit" der Strecke "deutlich". Diese Leistungsfähigkeit erhält nun schon nach zwei Jahren ihren ersten Dämpfer.

Die Strecke Augsburg - München gehört zu den meistbefahrenen in ganz Deutschland. Seit dem Ausbau von zwei auf vier Gleise kommen Pendler mit dem ICE in 26 Minuten von einer Stadt in die andere. Wenn nichts dazwischen kommt.

© SZ vom 20.02.2014/amm
Zur SZ-Startseite