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Gipfel in Elmau:G7-Kritiker planen Protest "in Hörweite"

Umbauarbeiten Schloss Elmau

Schloss Elmau bei Garmisch-Partenkirchen: Hier findet der G7-Gipfel statt.

(Foto: dpa)
  • Die Kritiker des G7-Gipfels ins Elmau wollen nicht nur in den Nachbarorten demonstrieren, sondern direkt am Tagungshotel. Das wollen sie zur Not gerichtlich durchsetzen.
  • Unterkommen sollen die Demonstranten in Camps - was Bayerns Innenminister Joachim Herrmann unbedingt verhindern will.

Die Kritiker des G7-Gipfels in Elmau wollen mit ihren Protesten bis ans hermetisch abgeriegelte Tagungshotel herankommen. Sie beabsichtigen nicht nur in den Nachbarorten Garmisch-Partenkirchen, Klais oder Mittenwald zu demonstrieren, sondern "in Hörweite" zu den sieben Staats- und Regierungschefs, die sich am 7. und 8. Juni 2015 in dem abgelegenen Hochtal treffen werden. Das kündigte am Sonntag ein Sprecher des Bündnisses stop-g7-elmau an.

Sollten die Behörden die Genehmigung dafür verweigern, werde man Klage einreichen. "Wir stehen bereits in Kontakt mit Anwälten und werden alles uns Mögliche tun, um unser demokratisches Recht auf freie Meinungsäußerung auch dort ausüben zu dürfen."

Zweites Treffen von Aktionsgruppen

Am Wochenende trafen sich in München zum zweiten Mal viele Gruppen und Organisationen, um die Proteste zu organisieren. Beginnen sollen die Aktionen am 3. und 4. Juni in der Landeshauptstadt mit einem "Gipfel der Alternativen". Dort sollen Gegenkonzepte zur Politik der G-7-Staaten präsentiert werden. Die ursprünglich in München geplante Großdemo (6. Juni) melden die Organisatoren nun in Garmisch-Partenkirchen an.

Von 4. bis 6. Juni planen sie zudem Dauerkundgebungen an den Bahnhöfen von Mittenwald, Klais und Garmisch sowie an der Kreuzeckbahn. Von diesen Orten aus sollen am 7. Juni Gegner zu einem Sternmarsch nach Elmau starten und in Hörweite der Politiker protestieren. Am Montag, 8. Juni, soll in Garmisch eine Schlusskundgebung folgen.

"Nicht wir haben den Ort für den Gipfel ausgesucht"

Unterkommen wollen die Gegner nach wie vor in Camps im Werdenfelser Land. Der bayerische Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte ankündigt, solche Zeltlager unbedingt verhindern zu wollen. Man habe die Kommunen trotzdem um Flächen dafür gebeten, sagte der Sprecher des Bündnisses. Es könnten mehrere tausend Gegner kommen, die dann wild oder auf öffentlichen Plätzen campieren müssten.

"Wir wollen ihnen eine Struktur anbieten. Die medizinische Versorgung und das Fehlen sanitärer Anlagen könnte sonst zum Problem werden." Verhandlungen mit Grundstückseigentümern liefen, wären aber schwierig. Scheiterten diese, müssten die Kommunen in der auch ökologisch sensiblen Region mit Schwierigkeiten rechnen. "Aber nicht wir haben den Ort für den Gipfel ausgesucht", sagte der Bündnis-Sprecher.

© SZ vom 15.12.2014/sekr

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