Geschenk zum Jubiläum:Historische Sole-Pumpe kommt nach Traunstein

Geschenk zum Jubiläum: Die Reichenbachpumpe galt als große Innovation.

Die Reichenbachpumpe galt als große Innovation.

(Foto: Heiner Heine/oh)

"Unverkennbare Spuren der Wonne bey der vollen Ueberzeugung des ächten Gehaltes der Berchtesgadener Soole" sollen sich dem damaligen Protokoll zufolge auf der Miene des königlichen Generalsalinenadministrators Mathias von Flurl abgezeichnet haben, als im Dezember 1817 das salzgesättigte Wasser aus dem Berchtesgadener Bergwerk in Reichenhall eintraf. Mehrere Zuschauer sollen Tränen in den Augen gehabt haben. Herbeigepumpt wurde die Sole mit einer großen Innovation der damaligen Zeit, der "Reichenbachpumpe", erfunden von dem für seine Verdienste um den Salzbergbau geadelten Georg von Reichenbach. Eine dieser wenigen erhaltenen Reichenbachpumpen wird in Zukunft in der alten Salinenstadt Traunstein stehen. Der Chemiepark Gendorf bei Burgkirchen hat sie der Stadt geschenkt im Hinblick auf die in zwei Jahren stattfindende 400-Jahr-Feier der ersten Soleleitung von Reichenhall weiter nach Traunstein.

Denn die Sole aus dem Berg wurde auch schon lange vor Reichenbach durch den heutigen Südosten Oberbayerns gepumpt, weil um Berchtesgaden und dann um Reichenhall längst das Holz knapp geworden war, mit dem die Salinen ihre Sudpfannen befeuerten. Doch Reichenbachs allgemein als genial erachtete Konstruktion konnte weit mehr Sole über teils beachtliche Höhenunterschiede heben. Der Auftrag zum Ausbau der Soleleitungen kam von König Max I. und dessen Minister Montgelas, die das Salzgeschäft ausbauen wollten. Bis in die Saline in Rosenheim floss die Sole. Von dort konnten die Bayern das gewonnene Salz auf dem Inn weitertransportieren.

Reichenbachpumpen gibt es heute etwas noch im Berchtesgadener Salzbergwerk, in der Reichenhaller Saline und im Deutschen Museum in München. Das nun verschenkte Exemplar wurde 1959 auf Initiative des damaligen Werksleiters Karl Huttner nach Gendorf gebracht, wo es zwischenzeitlich einen Springbrunnen in einem Löschteich antreiben konnte. Wo genau es in Traunstein stehen wird, ist noch ungewiss.

© SZ vom 26.07.2017 / kpf
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