Flughafen Nürnberg Stadt und Freistaat stellen 70 Millionen bereit

Der Flughafen Nürnberg liegt mitten in einem der größten Gemüseanbaugebiete Bayerns.

(Foto: dpa)

Finanzspritze für die Zukunft: Stadt und Freistaat wollen den hoch verschuldeten Nürnberger Flughafen mit einem Millionenzuschuss unterstützen.

  • Stadt und Freistaat wollen den Nürnberger Flughafen mit 70 Millionen Euro unterstützen.
  • Der Flughafen hat einen Schuldenberg von rund 115 Millionen Euro.

Flughafen bekommt 70 Millionen Euro

Stadt und Freistaat wollen den hoch verschuldeten Nürnberger Flughafen mit einem Millionenzuschuss zukunftsfähig machen. Jeder der beiden Gesellschafter plant eine Finanzspritze von jeweils 20 Millionen Euro. Weitere 30 Millionen Euro wollen der Freistaat und die Stadt als Darlehen gewähren, teilten Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) und Nürnbergs Oberbürgermeister Ulrich Maly (SPD) mit. 20 Millionen Euro davon gewähre die Staatsregierung, 10 Millionen Euro die Stadt.

Der Nürnberger Flughafen gehört zu den zehn großen in Deutschland. Er wurde einst als Firmenlandeplatz gegründet und liegt an einer städtebaulich kuriosen Stelle: mitten in einem der größten Gemüseanbaugebiete Bayerns. Als Teil einer für 2015 geplanten Marketingoffensive soll der Flughafen künftig den Namen "Albrecht Dürer-Flughafen" tragen.

Hohe Verluste und weniger Fluggäste

Erst Ende Juni sprach sich der Stadtrat gegen die Pläne einer Anbindung des Nürnberger Flughafens an die Autobahn aus und beendete damit eine langjährige Debatte.

Der Flughafen kämpfte 2013 als Folge millionenschwerer Investitionen und jahrelanger Verluste mit einem Schuldenberg von rund 115 Millionen Euro. Die Zahl der Gäste ging 2013 noch einmal um acht Prozent zurück. Air Berlin hat zuletzt sein Flugangebot ab Nürnberg stark ausgedünnt. Künftig soll die Flughafen GmbH auch in den Genuss sogenannter günstiger Kommunaldarlehen kommen.

Flughafen Nürnberg "Die Nordanbindung ist tot"
Nürnberger Flughafen

"Die Nordanbindung ist tot"

Der Nürnberger Flughafen liegt nicht nur in einem der größten Gemüseanbaugebiete Bayerns. Ihm fehlt auch eine Anbindung an eine Autobahn. 30 Jahre lang stritten Politiker genau darüber, nun gibt die Stadt die Pläne auf. Der Grund klingt paradox.  Von Olaf Przybilla