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Erlangen:Gemeinsam gegen den Krebs

Neues Forschungszentrum soll Behandlung verbessern

Ein gemeinsames Zentrum für Krebsforschung soll künftig sicherstellen, dass in allen Landesteilen Bayerns für Tumorpatienten die modernsten Behandlungsmethoden zur Verfügung stehen. Am Donnerstag unterzeichneten in Erlangen die Repräsentanten von sechs Universitäten und deren Kliniken einen Kooperationsvertrag. "Bayern setzt mit dem Zentrum für Krebsforschung neue Maßstäbe im Kampf gegen den Krebs", sagte Ministerpräsident Markus Söder, der mit Wissenschaftsminister Bernd Sibler (beide CSU) am Festakt teilgenommen hatte. An der Kooperation beteiligen sich sowohl die beiden Universitätsmedizinstandorte in München als auch diejenigen in Augsburg, Erlangen, Regensburg und Würzburg. Das sorge für schnelle und unkomplizierte Hilfe, sagte Söder, denn dadurch werde "die optimale Versorgung von Krebspatienten in allen Landesteilen mit wissenschaftlich fundierter Information und neuesten Therapieoptionen realisiert".

"Wir leisten damit echte Pionierarbeit im Kampf gegen den Krebs", betonte auch Sibler. Mit der nun eingeleiteten Kooperation werde "allen Bürgerinnen und Bürgern im Freistaat ein wohnortnaher Zugang zu onkologischer Spitzenmedizin" ermöglicht. Klar ist indes, dass dieses Ziel nicht von heute auf morgen zu verwirklichen ist. Der Tumorchirurg und Transplantationsmediziner Karl-Walter Jauch - er ist Ärztlicher Direktor am Universitätsklinikum München sowie der Vorsitzende des Vereins "Universitätsmedizin Bayern" - sieht das Projekt aber auf einem guten Weg: "Wir gehen davon aus, dass wir im ersten Halbjahr 2020 die Geschäftsstelle und die Vernetzung mit den lokalen Tumorzentren ins Laufen bringen", sagte er.

Im zweiten Halbjahr 2020 solle dann die Struktur für den geplanten telefonischen Bürger-Informationsdienst stehen, erklärte Jauch. Auch müsse bis dahin die sogenannte Studienplattform aufgebaut sein. Sie soll es Krebspatienten in Bayern ermöglichen, an frühen klinischen Studien teilzunehmen und so von neuen Therapieoptionen zu profitieren - unabhängig davon, welche Uniklinik in ihrer Nähe ist. Auch Krebspatienten in ländlichen Krankenhäusern soll die neue Kooperation helfen: "Wir wollen schrittweise den peripheren Häusern - bis hin zu den niedergelassenen Ärzten - die Möglichkeit bieten, über telemedizinische Tumorboards für die Patienten die optimale personalisierte Medizin anzubieten", sagte Jauch.