Entscheidung bei Donauausbau:Hotspot der Biodiversität

Vor allem aber soll die Natur zu ihrem Recht kommen. Die Donau zwischen Straubing und Vilshofen ist ein ökologisches Juwel, wie es kein zweites gibt an einem mitteleuropäischen Fluss. Hier leben allein 54 Fischarten, darunter Zingel und Strebern, die sonst kaum noch vorkommen. Und in den Auwäldern entlang des Flusses brüten Blaukehlchen, Halsbandschnäpper, Bienenfresser und weitere 130 zumeist sehr seltene Vogelarten, wie Ornithologen dokumentiert haben. "Die niederbayerischen Donau ist ein Hotspot der Biodiversität", sagt Umweltminister Huber deshalb gerne. "Mit unserer Entscheidung haben wir die Gewissheit, dass er erhalten bleibt."

Gleichwohl bleibt die Freude der Naturschutzverbände verhalten. Zwar begrüßen der Bund Naturschutz, der Vogelschutzbund LBV und andere kleinere Organisatoren den Beschluss. Aber sie sind misstrauisch, ob der Verzicht auf Staustufe und Kanal wirklich endgültig ist. Schließlich hat die Kanal-Lobby um den früheren CSU-Chef Erwin Huber und Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) in zähem Ringen durchgesetzt, dass eine Staatsregierung nach Seehofer ihn revidieren könnte. Zwar betonen Wirtschaftsminister Zeil und Umweltminister Huber, dass dies sehr unwahrscheinlich sei. Aber dieses Zugeständnis ist der Grund, warum viele dem neuen Frieden nicht richtig trauen.

So wie auch der Niederalteicher Bürgermeister Thalhammer. "Natürlich wären wir sehr viel glücklicher, wenn die Staatsregierung sich zu einem endgültigen Verzicht auf Staustufe und Kanal hätte durchringen können", sagt er. "Schließlich haben wir es schon oft erlebt, dass eine Zusage von heute schon am nächsten Tag nicht mehr gegolten hat."

Für diesen Fall haben sich die Donau-Anwohner aber schon gewappnet. "Die Staatsregierung muss sich über Eines im Klaren sein", sagt Thalhammer. "Sollte sie irgendwann doch wieder den Bau von Staustufe und Kanal forcieren, steht unsere Protestfront, und zwar stärker als je zuvor."

© SZ vom 28.02.2013/dayk
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