Drogen-Affäre um Polizisten Ehefrau wurde "Opfer schwerer Körperverletzungen"

Er hatte 1,5 Kilo Kokain in seinem Spind und sitzt seit einer Woche in Untersuchungshaft. Jetzt muss sich ein Kemptener Chef-Fahnder womöglich auch wegen versuchten Totschlags verantworten. Opfer ist seine Ehefrau.

Der Kemptener Chef-Fahnder, bei dem Drogen gefunden wurden, muss sich möglicherweise auch wegen versuchten Totschlags verantworten. Dessen Ehefrau, die nach einem Familienstreit die Polizei alarmiert hatte, sei "Opfer schwerer Körperverletzungen" geworden, sagte Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Dienstag am Rande einer Landtagssitzung in München. "Aktuell stellt sich sogar die Frage, ob es sich um versuchten Totschlag handelt."

Der 52-Jährige, der zuletzt Leiter der Drogenfahndung war, sitzt seit einer Woche in Untersuchungshaft. In seinem Spind waren laut Herrmann 1,5 Kilogramm Kokain gefunden worden. Es sei noch unklar, woher die Drogen stammen und wie sie in den Besitz des Beamten gekommen seien. Es werde weiterhin mit Hochdruck ermittelt, betonte Herrmann.

Das Innenministerium schwieg bislang zu dem Fall - und zog damit Kritik von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPoIG) auf sich. "Es kann nicht sein, dass sich das Ministerium zu diesem Fall überhaupt nicht äußert", sagte der DPolG-Landesvorsitzende Hermann Benker. "Wenn es bei solchen Vorwürfen keine Informationen gibt, dann kocht die Gerüchteküche hoch, das fällt auf alle Kollegen zurück und ist absolut falsch."

Für die Sitzung des Landtags-Innenausschusses am Mittwoch haben die Grünen kurzfristig einen Bericht von Innenminister Joachim Herrmann (CSU) beantragt.