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Deggendorf:Prozess um illegales Rennen

Elfjähriger Sohn des getöteten Oldtimer-Fahrers leidet schwer an den Folgen des Unfalls

Im Prozess um ein illegales Rennen zwischen einem Sportwagen und einem Motorrad haben der schwer verletzte Sohn und die Witwe des Opfers ausgesagt. Der Bub saß bei dem Unfall im vergangenen Sommer im Auto, als der heranrasende Sportwagen den Oldtimer seines Vaters rammte. Der Vater starb.

Vor dem Landgericht Deggendorf berichteten Sohn und Witwe von den massiven Folgen des Unfalls für den Elfjährigen, dessen Alltag seither weitgehend von Therapien und Rehamaßnahmen geprägt ist. Er hatte zahlreiche Knochenbrüche und Verletzungen innerer Organe erlitten, hat Probleme mit dem Gehen und Sehen und musste das Essen, Trinken und Sprechen wieder lernen. Der Notarzt und das Klinikpersonal seien direkt nach dem Unfall nicht davon ausgegangen, dass der Elfjährige überleben werde, hatte die Mutter des Buben und Witwe des 38-jährigen Oldtimer-Fahrers aus dem Landkreis Cham im Prozess geschildert.

Der Rechtsmediziner aus München, der das Obduktionsergebnis des Leichnams des Vaters vortrug, sagte, die beiden Autos - der Sportwagen und der Oldtimer - dürften wohl mit 100 Kilometern pro Stunde frontal ineinander geknallt sein. Die zahlreichen und massiven Verletzungen, die der Vater erlitten hatte - unter anderem ein Genickbruch -, seien unmöglich zu überleben gewesen.

Angeklagt sind zwei 28 und 54 Jahre alte Männer, die sich im Juli des vergangenen Jahres auf einer kurvenreichen Strecke bei Achslach (Kreis Regen) eine Verfolgungsfahrt lieferten. Als der PS-starke Audi TT RS des 28-jährigen Mannes dabei außer Kontrolle geriet, prallte er gegen den entgegenkommenden Oldtimer des 38 Jahre alten Familienvaters aus dem Landkreis Cham.

Zum Prozessauftakt vor drei Wochen übernahmen die Angeklagten Verantwortung für das Geschehen und zeigten Reue. Der 28-Jährige, der den Sportwagen gefahren hatte, ist Bundespolizist und nach Angaben seines Anwaltes vom Dienst suspendiert. Er war bei dem Unfall schwer verletzt worden. Plädoyers und Urteile sind für die kommende Woche geplant.